Im Training von Hannover 96 hat sich ein ungewöhnlicher und schmerzhafter Vorfall ereignet: Co-Trainer Lars Barlemann (36) wurde von einem Ball so unglücklich an der Schläfe getroffen, dass er bewusstlos zu Boden ging. Der Assistent von Chefcoach Christian Titz (55) erlitt eine Gehirnerschütterung und fällt daher für das Auswärtsspiel beim Karlsruher SC am Samstag (13 Uhr, Sky) aus.
Unfall beim Spielersatztraining
Der Unfall passierte während des Spielersatztrainings nach dem 1:1-Unentschieden gegen den SC Paderborn. Die Profis spielten sich zwischen zwei Übungen Bälle zu, als Barlemann die Laufbahn kreuzte und von Noah Weißhaupt (24) mit voller Wucht am Kopf getroffen wurde. Die ersten Tage hatte der 36-Jährige starke Schmerzen, mittlerweile geht es ihm besser. Kommende Woche soll er wieder auf den Platz zurückkehren.
Barlemann ist seit 2014 bei Hannover 96 und kam ursprünglich als Video-Analyst mit Cheftrainer Tayfun Korkut (52) nach Niedersachsen. Der ehemalige Freiburger arbeitete sich zum Assistenten und sogar zum Interimstrainer hoch. In der vergangenen Saison führte er die Mannschaft nach den Trennungen von Stefan Leitl und André Breitenreiter zu einem versöhnlichen Saisonende und holte acht Punkte aus den letzten vier Spielen.
Nielsen beißt auf die Zähne
Überraschend schnell kehrte Havard Nielsen (32) auf den Trainingsplatz zurück. Der Norweger hatte sich am Mittwoch einen schmerzhaften Pferdekuss zugezogen und war mit dick bandagiertem Oberschenkel vom Platz gehumpelt. Nach einem Ruhetag am Donnerstag war er vor der Abfahrt nach Karlsruhe wieder voll dabei und zeigte sich eiskalt vor dem Tor, als er ein wunderschönes Tor erzielte. Zwar verzog er nach dem Abschluss sichtbar das Gesicht, als hätte er Schmerzen, doch er machte weiter und haute sich voll rein. Um 13.53 Uhr saß er mit den Kollegen im ICE nach Karlsruhe.
Tomiak zurück im Kader
Wie erwartet steht Boris Tomiak (27) neun Wochen nach seiner Ellenbogenverletzung erstmals wieder im Kader. Möglich ist sogar ein Platz in der Startelf. Titz betonte zwar, dass es für 90 Minuten noch nicht reiche („Es kann für eine längere Spielzeit eng werden“), doch das stört den 96-Trainer bekanntlich nicht. In der Hinrunde durfte Maik Nawrocki nach langer Verletzungspause sogar im Derby in Braunschweig (1:0) von Beginn an spielen – er hielt 58 Minuten durch. Ein ähnlicher Plan könnte für Tomiak gelten. Nawrocki (Muskelfaserriss) ist in Karlsruhe nicht dabei, Titz hofft auf ein Comeback gegen Preußen Münster am 3. Mai.



