Jack Kayil: Deutsches Talent taucht in NBA-Draft-Listen auf
Jack Kayil: Deutsches Talent auf NBA-Draft-Listen

Jack Kayil (20), das deutsche Basketball-Supertalent von Alba Berlin, sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Der Point Guard wird die Berliner im Sommer definitiv verlassen, um den Sprung nach Nordamerika zu wagen. Die Frage ist nur: Wechselt Kayil ans College oder direkt in die NBA? Er ist für den diesjährigen NBA-Draft (23./24. Juni) angemeldet und seine Leistungen in der Bundesliga sorgen Woche für Woche für Aufsehen. Das bleibt auch in den USA nicht unbemerkt.

Erstmals im Mock Draft

Erstmals ist Kayil im sogenannten „Mock Draft“ der ESPN-Experten erwähnt. Diese Liste der 100 besten Talente dient der Vorhersage, wann ein Spieler beim NBA-Draft von einem Klub ausgewählt werden könnte. Kayil wird auf Position 49 geführt. Deutlich weiter oben steht der gebürtige Würzburger Hannes Steinbach (19) auf Platz 14. Steinbach hat jedoch bereits eine Saison am College bei den Washington Huskies verbracht und mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Knapp dahinter rangiert der deutsche Point Guard Christian Anderson (20), der schon zwei Jahre am College ist und auf Position 17 geführt wird.

Bemerkenswert ist, dass Kayil bereits in den Top 50 der Mock-Draft-Liste steht, obwohl er noch gar nicht am College gespielt hat. Außer ihm haben das in diesem Jahr nur zwei weitere Talente geschafft: die Nummer 11, Karim Lopez (19/ New Zealand Breakers), und die Nummer 36, Luigi Suigo (19/ Mega Basket).

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Millionen-Poker um Kayil

Stand jetzt würde Kayil in der zweiten Runde gedraftet werden – wenn er denn tatsächlich am Draft teilnimmt. Zwar hat er sich angemeldet, er könnte jedoch noch bis zum 13. Juni seine Teilnahme zurückziehen. Hintergrund ist, dass es zunächst darum geht, das tatsächliche Interesse der NBA-Klubs zu testen. Sollte sein Agent Milan Nikolic bei diesen Hintergrund-Gesprächen kein gutes Angebot erhalten, ist es wahrscheinlich, dass Kayil seine Draft-Teilnahme zurückzieht und den Vertrag am Gonzaga College in Spokane (Washington) erfüllt – zumindest für ein Jahr.

Es geht bei diesem Pokern um Geld, sehr viel Geld. Das Durchschnittsgehalt in der NBA beträgt derzeit 11,9 Millionen US-Dollar, das Minimum-Gehalt immerhin noch 1,2 Millionen pro Jahr. „Die Option, in die NBA zu gehen, ist da“, so der Berliner in der Athletes-Doku „Ein Tag mit Jack Kayil“. „Für mich ist es das ultimative Ziel, einmal in der NBA gespielt zu haben.“

College oder NBA?

Doch auch an den Unis werden seit 2021 teilweise extrem hohe Summen gezahlt. Die besten College-Spieler erhalten Millionen-Beträge über sogenannte NIL-Deals, mit denen die Persönlichkeitsrechte der Sportler lukrativ vermarktet werden. Für die besten Spieler kann es aber auch direkt in die NBA gehen. Im Draft werden die Talente mit Summen im achtstelligen Bereich gelockt. Der Spieler, der an Position 1 gedraftet wird, bekommt 12,3 Millionen im ersten und 12,9 Millionen US-Dollar im zweiten Profi-Jahr garantiert. Selbst die Nummer 30 im Draft darf sich noch über 2,4 Millionen im ersten und 2,6 Millionen im zweiten Jahr freuen.

Dabei geht es Kayil gar nicht unbedingt um das Geld: „Ich kann mich jetzt schon glücklich schätzen, was ich habe“, sagt er bescheiden. „Da ist das andere nur ein Bonus, den ich nicht unbedingt brauche.“ Für alle Alba-Fans gilt: Jetzt noch so viel Kayil wie möglich sehen. Die Berliner stehen – auch dank ihres Ausnahmetalents – bereits in den Play-offs und gelten als größter Herausforderer des FC Bayern Basketball. Ein mögliches Spiel 5 im BBL-Finale ist für den 21. Juni terminiert.

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