Basketball-Trainerlegende Svetislav Pesic verkündet Abschied vom Profisport
Der renommierte Basketball-Trainer Svetislav Pesic hat seinen endgültigen Rückzug aus dem aktiven Trainergeschäft nach der laufenden Spielzeit angekündigt. Der 76-jährige Serbe, der aktuell den FC Bayern München betreut, äußerte sich in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ über seine Zukunftspläne und den lang ersehnten Ruhestand.
Ein Entschluss mit Symbolkraft
„Ich weiß genau, dass mir viele Menschen nicht glauben werden, wenn ich sage, dass ich aufhöre“, erklärte Pesic mit Nachdruck. „Aber nach dieser Saison ist es nun wirklich genug.“ Der erfahrene Coach, der während der laufenden Saison noch einmal die Verantwortung beim FC Bayern übernommen hatte, betonte seine Entschlossenheit. Mit den Münchnern strebt er noch einen letzten deutschen Meistertitel an, nachdem die Bayern in der Euroleague bereits die Playoffs verpasst haben.
Eine beispiellose Erfolgsbilanz
Svetislav Pesic zählt ohne Zweifel zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Trainern der gesamten Basketball-Geschichte. Seine Karriere ist geprägt von zahlreichen Titeln und historischen Momenten:
- Als Bundestrainer führte er die deutsche Nationalmannschaft 1993 zum Europameistertitel
- Mit Jugoslawien holte er 2001 die Europameisterschaft und 2002 die Weltmeisterschaft
- Bei den Olympischen Spielen 2024 gewann er mit Serbien die Bronzemedaille gegen Deutschland
- Im Jahr zuvor hatte er mit Serbien noch das WM-Finale gegen die deutsche Auswahl verloren
- Als Vereinstrainer triumphierte er 1995 mit Alba Berlin im Korac-Cup
- 2003 führte er den FC Barcelona zum Sieg in der Euroleague
Die letzte Zugabe für den Herzensverein
Eigentlich hatte Pesic nach seinem Abschied vom serbischen Nationalteam im Jahr 2025 eine komplette Saison Auszeit geplant. Doch als sich der FC Bayern München von Trainer Gordon Herbert trennte, konnte er der Bitte von Vereinspräsident Herbert Hainer nicht widerstehen. „Ich hätte bei keinem anderen Verein dieser Welt zugesagt“, betonte Pesic. „Aber mit dem FC Bayern identifiziere ich mich zu hundert Prozent. Das ist und bleibt mein Herzensverein.“ Bereits 2014 hatte er mit den Bayern die deutsche Meisterschaft gewonnen.
Bis vor wenigen Monaten lenkte sein Sohn Marko Pesic als Geschäftsführer die Geschicke des Vereins, was die besondere Verbindung der Familie zum FC Bayern zusätzlich unterstreicht.
Die entscheidende Erkenntnis im Hotelbett
Der endgültige Entschluss zum Karriereende reifte bei Pesic vor einigen Wochen während einer typischen Situation im Traineralltag. „Vor einem Euroleaguespiel Anfang Januar lag ich im Hotelbett und stellte mir plötzlich eine entscheidende Frage“, erzählte der Trainer. „Was machst du eigentlich hier, bist du verrückt? Du bist bald 77 Jahre alt und immer noch Trainer. Die 90 schaffst du noch, das sind noch 13 Jahre. Da sagte ich mir ganz klar: Schluss mit Basketball, hör endlich auf!“
Ein neues Kapitel beginnt
Pesic kündigte an, dem Basketballsport auch nach seinem Rückzug als Cheftrainer weiter verbunden zu bleiben. Geplant sind unter anderem Trainerkurse und beratende Tätigkeiten. „Aber zum Ende meines Lebens kann ich nicht mehr länger die Verantwortung als Cheftrainer tragen“, erklärte der erfahrene Coach. Passend zu seinem Karriereende erscheint an diesem Mittwoch seine Autobiografie mit dem bezeichnenden Titel „Immer weiter“, die in den Buchläden erhältlich sein wird.
Die Basketball-Welt verliert mit Svetislav Pesic eine prägende Persönlichkeit, deren Einfluss auf den Sport in Deutschland und Europa noch lange spürbar bleiben wird. Seine Entscheidung markiert das Ende einer Ära, die durch außergewöhnlichen Erfolg und unermüdlichen Einsatz geprägt war.



