Kaum ist der neue NFL-Spielplan veröffentlicht, gibt es Ärger aus dem Weißen Haus. US-Präsident Donald Trump kritisiert die immer höheren Kosten für Football-Fans scharf und nimmt dabei die TV- und Streaming-Strategie der Liga ins Visier. Besonders stört ihn, dass Zuschauer inzwischen mehrere Abos brauchen, um wirklich alle Spiele verfolgen zu können.
Trump: „1000 Dollar pro Spiel? Das ist verrückt“
Im Interview mit „Full Measure“ sagte Trump: „Es gibt Menschen, die leben für den Sonntag. Sie denken an nichts anderes. Und plötzlich sollen sie 1000 Dollar pro Spiel zahlen? Das ist verrückt. Ich bin darüber nicht glücklich.“
Zwar kostet kein einzelnes NFL-Spiel tatsächlich 1000 Dollar. Doch in den USA summieren sich die Kosten für Fans schnell. Wer dort wirklich alle Spiele sehen will, braucht neben klassischen Kabel- oder Satellitenpaketen oft zusätzliche Abos für Dienste wie Netflix, Peacock, Amazon Prime Video oder das kostenpflichtige „NFL Sunday Ticket“. So können fast 1000 Dollar pro Saison zusammenkommen.
NFL verteidigt den neuen Spielplan
Mit dem veröffentlichten Spielplan wird deutlich, wie stark die NFL inzwischen auf Streaming setzt. Von den 272 Saisonspielen laufen 22 hauptsächlich bei Streamingdiensten, weitere 14 exklusiv im amerikanischen Pay-TV. Die Liga betont zwar, dass weiterhin 87 Prozent aller Spiele bei CBS, Fox, NBC oder ABC im klassischen Fernsehen zu sehen sein werden.
Die NFL verteidigt ihren Kurs offensiv. Hans Schroeder, NFL-Direktor für Medienrechte, erklärte in einer Medienrunde, an der auch BILD teilnahm: „Unser Fokus liegt darauf, die besten Spiele in die besten Sendeplätze zu bringen.“ Trotz zusätzlicher Netflix-Spiele glaube die Liga sogar, „die Reichweite dieser Spiele zu vergrößern“. Netflix kann seine fünf NFL-Partien weltweit zeigen. Allein in den USA hat der Streamingdienst mehr als 81 Millionen Abonnenten.
Auch die Änderungen im TV-Plan verteidigte Schroeder ausdrücklich. Die bisherigen Monday-Night-Doppelspiele hätten laut NFL „nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben“. Deshalb habe man einzelne Spiele bewusst neuen TV-Fenstern und Plattformen zugeteilt.
Weihnachtswoche besonders extrem
Besonders extrem fällt die Weihnachtswoche aus. Dort verteilt die NFL ihre Spiele auf insgesamt elf verschiedene TV-Fenster – von Heiligabend über den ersten Weihnachtstag bis hinein ins komplette Wochenende danach.
ESPN-Manager Tim Reed verteidigte die neue Struktur und erklärte: „Die Möglichkeit, den Spielplan zu vereinfachen und klarer zu gestalten, hilft einfach.“ Fox-Sports-Manager Mike Mulvihill räumte dagegen offen ein: „Wie macht man alle glücklich? Wahrscheinlich gar nicht.“ Gleichzeitig betonte er aber auch: „Der Sonntag bleibt das Herzstück des Football-Erlebnisses und wird es immer bleiben.“
Situation in Deutschland
In Deutschland sind alle Spiele über den NFL-Game-Pass verfügbar. In der vergangenen Saison kostete dieser 189,99 Euro. Zudem gibt es die NFL im Free-TV. Bei RTL laufen in der Regel zwei Spiele am Sonntag, dazu zeigt der Sender eine Partie auf RTL+. Einen neuen deutschen Pay-TV-Partner hat die Liga hingegen noch nicht gefunden. DAZN hatte den Vertrag Anfang des Jahres gekündigt.



