Rutschmeisterschaft in Templin: Gelbe Rutsche reißt, schwarze Röhre sorgt für Rekorde
Rutschmeisterschaft: Gelbe Rutsche reißt vor Wettbewerb

Rutschmeisterschaft in Templin: Gelbe Rutsche reißt, schwarze Röhre sorgt für Rekorde

Die 7. Brandenburgische Rutschmeisterschaft in der NaturTherme Templin entwickelte sich zu einem unerwarteten Spektakel, als die geplante gelbe Turborutsche kurz vor Wettkampfbeginn einen Riss erlitt und gesperrt werden musste. Für die 43 angemeldeten Teilnehmer bedeutete dies eine überraschende Wendung: Statt der gewohnten Bahn kam erstmals die schwarze Röhre zum Einsatz, die sich als ebenso herausfordernd wie rekordträchtig erwies.

Bahnwechsel sorgt für unerwartete Chancen

Die gelbe Turborutsche, auf der 2018 Andreas Köhnke mit 13 Sekunden und Jasmin Gercer mit 14,80 Sekunden die Bahnrekorde aufgestellt hatten, musste kurzfristig gesperrt werden. Mike Ryberg aus Berlin nutzte diese Situation geschickt aus: „Das war reiner Zufall, denn die gelbe Bahn war an dem Tag wegen Reparaturarbeiten gesperrt und ich musste die schwarze Röhre nehmen. So wusste ich, in welchen Ecken man ungefähr wann einbiegen soll.“

Mit 13,89 Sekunden holte sich Ryberg nicht nur den neuen Bahnrekord auf der schwarzen Rutsche, sondern gewann auch die Kategorie der Profimänner. Seine Vorbereitung am Dienstag vor dem Wettbewerb zahlte sich aus, wie er selbst zugab: „Also habe ich den Vorteil so ein wenig ausgespielt.“

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Letzter Einsatz der schwarzen Rutsche

Thermenchef Markus Nengel erklärte die besondere Bedeutung dieses Wettbewerbs: „Das ist ein Rekord für die Ewigkeit.“ Die schwarze Rutsche wird nach diesem Event nicht mehr für Wettbewerbe zur Verfügung stehen, da sie – wie die gelbe Rutsche auch – im Sommer abgebaut wird. „Ab August bauen wir neue Rutschen ein, und nächstes Jahr beginnen wir das Ganze wieder von vorn“, so Nengel, der seit 2003 die Therme leitet.

Der 39-jährige Thermenchef nutzte die letzte Gelegenheit und reihte sich erstmals selbst unter die Teilnehmer ein. Trotz technischer Probleme mit der Zeitmessung, die zu mehreren Wiederholungsläufen führte, zeigte er sich sportlich: „Dabeisein ist alles“, lachte Nengel, der den elften und letzten Platz bei den Herren belegte.

Herausforderungen und Techniken

Die schwarze Rutsche erwies sich als nichts für Ängstliche. Teilnehmer berichteten von kleinen Hautabschürfungen, Beulen und blauen Flecken. Doch die Wettkampfatmosphäre ließ niemanden zurückschrecken. Kevin Eickmann (31) aus Hannover, der extra vier Stunden angereist war, verriet das Geheimnis einer schnellen Rutschpartie:

  • „Am schnellsten rutscht man die Rutsche in der Dreipunkttechnik: auf den Schultern und auf der Ferse“
  • „Den Po hoch, damit er die Bahn nicht berührt“
  • „Man benötigt Körperspannung, und für mich persönlich ist der Start am wichtigsten“
  • „Je schneller man den Start hinbekommt, desto schneller kommt man durch die Röhre“

Eickmann belegte mit Zeiten zwischen 14,60 und 15,04 Sekunden Platz 7 unter den Profis.

Überraschungen und Platzierungen

Nach der ersten Runde überraschte Tom (25) aus Berlin sich selbst mit einer Zeit von 14,36 Sekunden. „In den letzten paar Wochen und Monaten habe ich nicht wirklich trainiert“, gab er zu, trug aber stolz ein T-Shirt, das ihn als Gewinner der brandenburgischen Meisterschaft im vergangenen Jahr auswies. Am Ende belegte er Platz 4.

Titelverteidiger Jörg Krüger zeigte sich nach seinem ersten Lauf mit 14,70 Sekunden weniger zufrieden: „Ich weiß, da geht noch ein bisschen was. Ich habe zwei, drei Kurven nicht ganz so gut genommen.“ In den folgenden Durchgängen verbesserte er sich auf 14,40 und 14,16 Sekunden und sicherte sich damit Platz 3.

Frauenwettbewerb und Qualifikation

Sieben Frauen stellten sich der Herausforderung. Jeannette Hermann (30) aus Ludwigshafen am Rhein gewann mit Zeiten zwischen 16,43 und 16,74 Sekunden. Die Karrierecoacherin reiste mit ihrem besten Freund Robin Jäger an und entdeckte im Wettrutschen eine neue Leidenschaft.

Die ersten drei Platzierten jeder Wertungsklasse haben sich für das große Finale Ende des Jahres in Lauterberg qualifiziert. Mike Ryberg, der Gesamtsieger, bleibt seiner „Heimatbahn“ in Templin treu: „Ich komme zwar aus Berlin, aber ich finde die Location und die cool; sie hat schön viel Speed.“

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Der nächste Wettbewerb findet bereits am 2. Mai in der AHOI Rügen Bade- und Erlebniswelt statt, wo die 1. Rügener Rutschmeisterschaft ausgetragen wird.