Surf-Flaute in MV: Warum die Wellen bald wieder höher schlagen
Surf-Flaute in MV: Wellen schlagen bald höher

Am 1. Mai beginnt die Surfsaison in Mecklenburg-Vorpommern. Für Surfschulen wie das Supremesurf Beachhouse in Warnemünde ist dies ein wichtiges Datum: Mit einer Feier und kostenlosen Schnupperkursen in den Disziplinen Wingsurfen, Windsurfen und Kitesurfen wird die Saison eröffnet. Ein DJ sorgt für musikalische Untermalung. Nach dem Start gibt es über den Sommer reguläre Kurse unter der Woche sowie spezielle Angebote für Kinder, Studenten, Gruppen und Firmen. „Mit dem wärmeren Wetter steigen die Anmeldungen, für den Sommer sind noch Plätze frei“, erklärt Sprecherin Levke van Edig.

Wingsurfen liegt im Trend

Van Edig betont, dass die Küste Mecklenburg-Vorpommerns ideale Bedingungen zum Surfenlernen biete. Wingsurfen werde immer beliebter. „Beim herkömmlichen Windsurfen ist das Segel am Board befestigt, beim Wingsurfen hingegen wird es in der Hand geführt“, erläutert sie. Das darauf aufbauende „Foilen“, eine Trendvariante, werde erst vermittelt, wenn die Grundlagen sicher sitzen. Die Teilnehmer kommen aus Rostock, der Region und auch aus anderen Bundesländern. „Der älteste Surfschüler im Windsurfen war 84 Jahre alt und hat das Windsurfen problemlos erlernt“, so van Edig.

Höhen und Tiefen des Surfens

Allerdings schwanke das Interesse an der Sportart. „In der Zeit während und kurz nach der Pandemie war das Interesse besonders hoch“, gibt sie zu. Auch Alexander Goltz vom Seglerverband MV kennt die Höhen und Tiefen des Surfens. Als Landestrainer ist er für die Förderung junger Talente zuständig. „In der DDR gab es aktive Windsurfer, vereinzelt mit Reisen in den Westen“, sagt Goltz. „Nach der Wende fiel die Disziplin in MV jedoch aus dem Fokus. Surfen war in Verbands- und Vereinsstrukturen kaum präsent. Organisierte Betreuung blieb aus.“ Bis 2022 seien im Verband praktisch keine Surfer geführt worden.

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Neuer Aufwind durch Landestrainer

Seit Goltz Landestrainer ist, hat sich das geändert. „Aktuell gibt es fünf Landeskader-Athleten im Alter von 14 bis 17 Jahren, die mehrmals pro Woche an der Ostsee trainieren, internationale Regatten fahren und feste Jahrespläne haben“, erläutert er. „In den Vereinen kommen landesweit schätzungsweise 20 bis 30 Kinder hinzu, die perspektivisch in die olympische Klasse iQ-Foil wechseln sollen.“ Warnemünde spielt eine Schlüsselrolle: Wichtige Wettbewerbe finden hier und in Kühlungsborn statt. Die Surf-Bundesliga verzeichnet sogar Teilnehmer aus Baden-Württemberg. „Die Nähe zum Gardasee hilft ihnen“, so Goltz.

Surfen in Vereinen verankern

Auf den Surfrevieren MVs sind nach Goltz‘ Einschätzung mehrere hundert Windsurfer aktiv. „Belastbare Erhebungen liegen aber nicht vor.“ Der Verband möchte Surfen wieder in Segelvereinen verankern. Ein gesonderter Schein sei nicht nötig. Mitgliedsbeiträge für Jugendliche liegen je nach Verein meist zwischen 100 und 200 Euro jährlich. Der Kontakt zu Surfschulen sei gut. Auch van Edig liegt die Begeisterung junger Menschen am Herzen. Das „Gefühl der Freiheit“ auf dem Board sei unbeschreiblich.

Angebote und Ausblick

Das Supremesurf Beachhouse informiert über Instagram über Gewinnspiele und Veranstaltungen. „In der Club-Flatrate ist – je nach Paket – Materialnutzung und ein wöchentliches Gemeinschaftstraining enthalten“, sagt sie. Neu sind Gruppenveranstaltungskonzepte: Neben Surfkursen gehören Aufwärmtraining, Hinweise zur Belastung und Ernährung sowie Vorträge eines Gesundheitsexperten dazu. Mit diesem Engagement und der Nachwuchsförderung des Verbandes dürfte die Surf-Flaute in MV bald der Vergangenheit angehören – bei Spaß und Wettbewerb.

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