Nach Zertifikat-Geständnis: Nationaltrainer Patrick Fischer muss Posten räumen
Fischer nach Zertifikat-Geständnis nicht mehr Eishockey-Coach

Nach Zertifikat-Geständnis: Aus für Nationalcoach Fischer

Die Schweiz vollzieht nur einen Monat vor Beginn der Heim-Weltmeisterschaft einen überraschenden Wechsel auf der Trainerbank. Patrick Fischer ist nach seinem jüngsten Geständnis nicht mehr Eishockey-Nationaltrainer der Schweiz. Dies gab die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) in einer offiziellen Mitteilung bekannt, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Geständnis zu gefälschtem Corona-Zertifikat

Am Montag hatte Fischer erklärt, dass er im Jahr 2022 mit einem gefälschten Corona-Zertifikat zu den Olympischen Spielen nach Peking gereist war. Dieser Schritt löste eine intensive öffentliche Diskussion über Werte und Vertrauen im Sport aus. Fischer war seit Ende des Jahres 2015 Coach der Schweizer Nationalmannschaft und konnte in dieser Zeit beachtliche Erfolge feiern, darunter dreimal WM-Silber mit dem Team.

Für die anstehende Weltmeisterschaft in Zürich und Fribourg, die vom 15. bis 31. Mai stattfindet und bei der die Schweiz auch auf die deutsche DEB-Auswahl trifft, übernimmt nun Fischers bisheriger Assistent Jan Cadieux die Verantwortung. Die Entscheidung fiel nach einer erneuten Bewertung durch den Verband.

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Verband räumt Fehleinschätzung ein

„Der Fall ist zwar rechtlich abgeschlossen, hat aber eine öffentliche Werte- und Vertrauensdiskussion ausgelöst, die der Verband sehr ernst nimmt“, sagte SIHF-Präsident Urs Kessler. „Vertrauen und Integrität sind zentrale Pfeiler in unserem Sport und in unserem Verband. Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen.“

Kessler betonte weiter: „Es geht um fundamentale Werte und Respekt, die für Swiss Ice Hockey von essentieller Bedeutung sind und von Patrick Fischer im Jahr 2022 nicht gelebt wurden.“ Nach dem Geständnis hatte die SIHF zunächst auf unmittelbare Konsequenzen für Fischer verzichtet, da dieser bereits 2023 als Privatperson für sein Fehlverhalten verurteilt worden war.

Dank für sportliche Erfolge

Der Verband bedauert ausdrücklich, „dass er diesem ethischen Aspekt in seiner ersten Beurteilung zu wenig Beachtung geschenkt hat“. Gleichzeitig würdigte Kessler die Verdienste des scheidenden Trainers: „Der Verband dankt Patrick Fischer für seine unbestrittenen großen sportlichen Erfolge, die er mit der Nationalmannschaft erreicht hat.“

Die abrupte Trennung nur vier Wochen vor dem Start der Heim-WM unterstreicht die Sensibilität des Themas und die hohen ethischen Standards, die der Verband nun konsequent durchsetzen will. Die Schweizer Eishockey-Fans müssen sich nun auf eine neue Ära unter Jan Cadieux einstellen, während die Diskussion über Integrität im Sport weiterhin anhält.

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