Schweizer Eishockey-Trainer Fischer tritt nach Geständnis über gefälschten Impfpass zurück
In einer überraschenden Wende hat Patrick Fischer seinen Posten als Eishockey-Nationaltrainer der Schweiz verloren. Auslöser ist ein Geständnis, dass er 2022 mit einem gefälschten Corona-Impfausweis zu den Olympischen Winterspielen in Peking gereist war. Die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) gab dies einen Monat vor Beginn der Heim-WM in Zürich und Fribourg offiziell bekannt.
Verband korrigiert anfängliche Haltung
Zunächst hatte der Verband auf Konsequenzen für Fischer verzichtet, nachdem er 2023 als Privatperson für sein Fehlverhalten verurteilt worden war. Doch nun revidierte die SIHF diese Entscheidung. Präsident Urs Kessler erklärte: "Der Fall ist rechtlich abgeschlossen, hat aber eine öffentliche Werte- und Vertrauensdiskussion ausgelöst, die der Verband sehr ernst nimmt. Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen."
Kessler betonte, dass Vertrauen und Integrität zentrale Werte im Sport seien, die von Fischer 2022 nicht gelebt wurden. Der Verband bedauere, diesem Aspekt anfangs zu wenig Beachtung geschenkt zu haben, dankte Fischer aber gleichzeitig für seine sportlichen Erfolge.
Fischer übernimmt Verantwortung
Patrick Fischer, der seit Ende 2015 Nationaltrainer war und dreimal WM-Silber mit dem Team gewann, sprach von einem "schweren Fehler" und übernahm die volle Verantwortung. Für die Olympischen Spiele 2022 war eine Corona-Impfung zwar nicht verpflichtend, doch für ungeimpfte Teilnehmer galten strenge Regeln, darunter eine 21-tägige Quarantäne nach der Einreise nach China.
Folgen für die anstehende WM
Für die Heim-WM vom 15. bis 31. Mai, bei der die Schweiz auch auf die deutsche Nationalmannschaft trifft, übernimmt Fischers bisheriger Assistent Jan Cadieux die Trainerrolle. Diese Personalie wirft Fragen zur Stabilität des Teams in der Vorbereitungsphase auf.
Die Entscheidung des Verbands unterstreicht die wachsende Bedeutung ethischer Standards im Profisport, besonders in Zeiten globaler Gesundheitskrisen. Sie zeigt, wie vergangene Verfehlungen Jahre später noch Konsequenzen haben können, selbst wenn rechtliche Verfahren bereits abgeschlossen sind.



