Ex-Eisbären-Trainer Pierre Pagé: Köln ist Favorit, aber Berlin hat Play-off-Erfahrung
Der ehemalige NHL- und Eisbären-Trainer Pierre Pagé (77) gilt als eine der großen Autoritäten im internationalen Eishockey. In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) kennt er sich bestens aus, führte er doch die Eisbären Berlin im Jahr 2005 zur ersten von inzwischen elf deutschen Meisterschaften. Pagé blickt auf 13 Spielzeiten in der National Hockey League (NHL), der besten Liga der Welt, zurück und wird für seine Expertise in den Play-offs geschätzt.
Pagé lebt in Kitzbühel und verfolgt die DEL aufmerksam
Pierre Pagé lebt heute in seiner Wahlheimat Kitzbühel in Österreich, in der Nähe des berühmten Hotels Stanglwirt. Von dort aus verfolgt der vitale Trainer aufmerksam das Geschehen im Eishockey, insbesondere die Spiele der Eisbären Berlin. Vor dem Halbfinal-Duell gegen die Kölner Haie am Mittwoch um 19 Uhr auf MagentaSport äußerte er sich im Gespräch mit BILD zu den Aussichten der beiden Teams.
Köln als Favorit aufgrund des defensiven Trap-Systems
Auf die Frage nach der Halbfinal-Serie zwischen Köln und Berlin antwortete Pagé: „Für mich sind die Kölner der Favorit. Sie verfügen über einen tiefen Kader und spielen ein starkes Defensivsystem, das sogenannte finnische Trap-System von Trainer Kari Jalonen.“ Das Trapsystem verteidigt das Mitteldrittel des Eises, die neutrale Zone, und unterbindet so den Angriff des Gegners, zwingt ihn zu Fehlpässen im Spielaufbau. Pagé erklärt, dass die Eisbären dieses „Mauer-Eishockey“ der Kölner nur durch ein schnelles Passspiel und Überzahl im Angriff überwinden können. Im Angriff seien die Berliner jedoch besser als Köln.
Erfahrung der Eisbären als entscheidender Faktor
Pagé betonte weiter: „Play-off-Eishockey ist etwas Besonderes. Die Eisbären verfügen über große Erfahrung und sie glauben an sich. Es wird schwer, aber nicht unmöglich.“ Die Berliner können somit auf ihre Play-off-Erfahrung setzen, um die Defensivstärke der Kölner zu brechen. Ein möglicher Rückkehrer für die Eisbären ist Top-Angreifer Marcel Noebels (34), der nach einer überwundenen Oberkörperverletzung wieder im Kader stehen könnte. Interessanterweise werden dies seine letzten Play-off-Spiele im Berliner Trikot sein, da die EHC-Bosse ihm bereits vor der Saison mitgeteilt hatten, dass er kein Vertragsangebot mehr erhalten wird. Noebels, der im Moment einer der Leistungsträger der Berliner ist, hat für die nächste Saison bereits bei den Kölner Haien unterschrieben.
Fazit: Spannendes Duell zwischen Defensive und Erfahrung
Zusammenfassend sieht Pierre Pagé die Kölner Haie aufgrund ihres defensiven Trap-Systems und tiefen Kaders als Favoriten im Halbfinale. Die Eisbären Berlin hingegen punkten mit ihrer großen Play-off-Erfahrung und einer stärkeren Offensive. Das Duell verspricht somit ein packendes Eishockey-Spektakel zu werden, bei dem taktische Disziplin und mentale Stärke entscheidend sein könnten. Die Rückkehr von Marcel Noebels könnte den Berlinern zusätzlichen Schub verleihen, während Köln auf ihr bewährtes System setzt.



