Pietta wütet nach Horror-Foul: 'Keinen Bock mehr auf dieses Spiel'
Der ehemalige Eishockey-Nationalspieler Daniel Pietta vom ERC Ingolstadt hat nach dem brutalen Foul von Fabio Wagner klare und emotionale Worte gefunden. Im Interview mit MagentaSport kritisierte der 39-jährige Stürmer nicht nur die einzelne Aktion, sondern die generelle Spielweise von Red Bull München im vierten Spiel der Best-of-seven-Serie am vergangenen Dienstag.
'Im Großen und Ganzen war es überhart'
Pietta zeigte sich fassungslos über die Rechtfertigungsversuche nach dem brutalen Foul, bei dem der Münchner Verteidiger Fabio Wagner den Ingolstädter Edwin Tropmann mit einem Check gegen den Kopf niedergestreckt hatte. Der 20-jährige Tropmann war erst im Rettungswagen wieder zu Bewusstsein gekommen und konnte am Donnerstag mit einem Gehirnschädeltrauma aus dem Krankenhaus entlassen werden.
'Jeder will Meister werden, jeder will Spiele gewinnen, klar. Aber wenn das der Preis sein muss, um sowas zu erreichen, kann ich auch gerne drauf verzichten', sagte Pietta nach der 3:7-Niederlage am Samstag, die das Aus im Playoff-Viertelfinale bedeutete.
Kritik an Münchens Trainer Oliver David
Besonders hart ging Pietta mit Münchens Trainer Oliver David ins Gericht: 'Da kann man nicht davon reden, dass das Teil des Spiels ist. Sollte das Teil des Spiels sein, habe ich keinen Bock mehr auf dieses Spiel.'
Die deutlichen Worte des erfahrenen Stürmers zeigen die emotionale Betroffenheit nach dem Vorfall, der die Eishockey-Welt erschüttert hat.
Wagner als 'herzensguter Mensch'
Interessanterweise nahm Pietta Nationalspieler Fabio Wagner aus der Schusslinie: 'Fabio ist ein herzensguter Mensch. Er ist der Letzte, der das mit Absicht macht. Es ist im Eishockey ein Sekundenbruchteil, der eine Entscheidung erzwingt. Die Entscheidung hat er falsch getroffen. Das weiß er selber. Er hat sich entschuldigt.'
Wagner hatte für das Foul eine Sperre von mindestens 14 Spielen erhalten. Sollte München ins Finale kommen, könnte sich die Sperre verlängern, da er in den Playoffs nicht mehr spielen darf.
Folgen für die Eishockey-Kultur
Die Äußerungen Piettas werfen grundsätzliche Fragen zur Spielkultur im professionellen Eishockey auf. Der erfahrene Spieler, der selbst zahlreiche harte Duelle bestritten hat, zeigt sich angewidert von der Entwicklung des Sports.
'Im Großen und Ganzen war es überhart', wiederholte Pietta seine Einschätzung und machte damit deutlich, dass es sich nicht um einen Einzelfall, sondern um ein systematisches Problem handelt.
Die Diskussion um fairen Sport und körperliche Unversehrtheit der Spieler wird durch diesen Vorfall und die deutlichen Worte Daniel Piettas neu entfacht. Ob seine Kritik zu Veränderungen in der Spielweise führen wird, bleibt abzuwarten.



