1. Mai 1979: Der Schicksalstag, der den FC Bayern prägte
1. Mai 1979: Schicksalstag des FC Bayern

Heute vor 47 Jahren, am 1. Mai 1979, begann Uli Hoeneß seine außergewöhnliche Karriere als Manager des FC Bayern München. Dieser Tag, der als Tag der Arbeit bekannt ist, markiert den Startpunkt einer beispiellosen Erfolgsgeschichte im deutschen Fußball. Doch die Wege dorthin waren keineswegs vorgezeichnet. Hoeneß war damals gerade 27 Jahre alt und noch als aktiver Spieler tätig, jedoch nicht mehr beim FC Bayern. Aufgrund von Verletzungsproblemen hatte er seinen Stammplatz verloren und ließ sich an den 1. FC Nürnberg ausleihen. Ein ursprünglich geplanter Wechsel zum Hamburger SV war zuvor geplatzt, sodass er nach Franken ging.

Ein Anruf, der die Geschichte veränderte

In Nürnberg erreichte Hoeneß der Anruf von Bayern-Präsident Wilhelm Neudecker, der dringend einen neuen Manager suchte. Interessant ist, dass Neudecker eigentlich Rudi Assauer von Werder Bremen im Visier hatte, der jedoch absagte. So kam Hoeneß ins Spiel. „Als dann mit 27 der Anruf vom früheren Präsidenten Neudecker kam, ob ich mir vorstellen könnte, Manager zu werden, weil es hier drunter und drüber ging, dann haben sie einen Rammbock gebraucht. Ich hatte mich mental schon auf diesen Berufsweg vorbereitet“, erinnerte sich Hoeneß später bei FCBayern.TV.

Gesundheitliche Zwänge und eine spontane Entscheidung

Bereits zuvor stand für Hoeneß fest, dass seine Spielerkarriere aufgrund eines lädierten Knies nicht mehr lange dauern würde. „Es war klar, dass ich nicht sehr lange spielen konnte mit meinem Knie. Und es war immer klar, dass ich nicht Trainer werden wollte, sondern Manager. Und am liebsten beim FC Bayern“, fügte er hinzu. Nach kurzer Rücksprache mit Ärzten, die eine langfristige Spielerlaufbahn ausschlossen, sagte Hoeneß spontan zu und kehrte ins damals turbulente München zurück.

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Die Rebellion der Stars und Neudeckers Rücktritt

In München herrschte Aufruhr: Paul Breitner, Sepp Maier, Karl-Heinz Rummenigge und Jupp Kapellmann meuterten gegen die Verpflichtung des als streng bekannten Trainers Max Merkel. Stattdessen wurde Co-Trainer Pal Csernai zum Cheftrainer befördert, und der düpierte Präsident Neudecker trat nach 17 Jahren zurück. Hoeneß ist überzeugt, dass er ohne seinen Wechsel nach Nürnberg nie die Chance bekommen hätte: „Ich wäre es also nie geworden, wenn ich nicht in Nürnberg gewesen wäre.“ Die Rebellion hätte ihn sonst in die Auseinandersetzungen verstrickt.

Der Grundstein für eine Erfolgsära

Neben seiner Tätigkeit beim FC Bayern legte Hoeneß bereits in Nürnberg den Grundstein für ein zweites Projekt: Zusammen mit Werner Weiß gründete er eine Wurstfabrik mit anfangs 20 Mitarbeitern. Heute beschäftigt das Unternehmen 300 Angestellte und wird von Hoeneß' Kindern geführt. Ähnlich bescheiden begann es beim FC Bayern: „Anfangs hatte der FC Bayern ebenfalls 20 Mitarbeiter und zwölf Millionen Mark Umsatz, davon 85 Prozent als Zuschauereinnahmen“, resümierte Hoeneß.

Von der Poststelle zur globalen Marke

Hoeneß entwickelte einen visionären Plan. Er reiste in die USA, um Marketing-Strategien von American Football und Basketball zu studieren. „Ich bin nach Amerika geflogen und habe mir die Marketing-Strategien beim American Football und Basketball angeschaut, habe Läden gesehen wie in San Francisco, wo am helllichten Tag Banker mit Anzug und Krawatte für ihre Kids etwas gekauft haben“, erklärte er. Im Gegensatz dazu verkaufte der FC Bayern damals nur Wimpel und Postkarten über eine kleine Poststelle. Heute, in der Saison 2024/25, erzielte der Klub einen Rekordumsatz von 978,3 Millionen Euro und beschäftigt über 1000 Mitarbeiter. Diese Entwicklung basiert auf den Grundlagen, die der langjährige Manager, spätere Präsident und heutige Ehrenpräsident am Tag der Arbeit 1979 legte.

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