1:4-Niederlage auf Schalke: Preußen Münster steht als Absteiger fest
Die Geduld der treuesten Anhänger von Preußen Münster ist am Ende. Nach einer klaren 1:4-Niederlage beim Spitzenreiter Schalke 04 in der ausverkauften Veltins-Arena vor 62.700 Zuschauern reift die Erkenntnis, dass der Verein in dieser Form nichts mehr in der 2. Liga zu suchen hat. Rund 7000 Adler-Fans waren ihren Jungs nach Gelsenkirchen gefolgt, um ihnen den Rücken zu stärken, doch sie erlebten stattdessen den nächsten Akt des schwarz-weiß-grünen Trauerspiels.
Hilflose Preußen ohne Gegenwehr
Die Bilanz der Preußen ist bitter: Nur ein Sieg aus den letzten 16 Partien spricht eine deutliche Sprache. Gegen Schalke, das eine brutal effiziente Saison hinlegt, zeigte Münster kaum Gegenwehr. Die Mannschaft wirkte wie das Karnickel vor der Schlange, während die Königsblauen ein Katz-und-Maus-Spiel betrieben und locker noch höher hätten gewinnen können. Allein in der ersten Halbzeit verzeichneten sie 12:0 Torschüsse.
Das Unheil begann in der 36. Minute: Nach einem fahrlässigen Ballverlust der Preußen im Spielaufbau flankte Dejan Ljubicic präzise auf den langen Pfosten, wo Kapitän Kenan Karaman sich per Kopf gegen Yannis Heuer und Jano ter Horst durchsetzte. Noch vor der Pause schraubte Schalke das Ergebnis auf 2:0, als Heuer nach einer Ecke ins eigene Tor abfälschte.
Einziger Lichtblick: Shin Yamadas Ehrentreffer
Einzig Münsters Keeper Johannes „Jojo“ Schenk erreichte Normalform und verhinderte mit zahlreichen Paraden eine noch dickere Niederlage. Beim dritten Gegentor ließ ihn Adil Aouiche jedoch unglücklich aussehen, als ihm der Ball unter dem Körper durchrutschte. Den Schlusspunkt setzte Moussa Sylla in der 67. Minute.
Die Preußen hatten lediglich zwei Chancen im gesamten Spiel. „Joker“ Shin Yamada nutzte eine davon nur 60 Sekunden nach seiner Einwechslung in der 83. Minute zum Ehrentreffer – der einzige Lichtblick an diesem trüben Tag.
Verletzung und Blick auf das Derby
Nach dem Abpfiff rang Keeper Schenk mühsam nach Worten: „Für unsere Fans tut‘s mir brutal leid. Wir wollten ihnen eine Überraschung bieten, haben aber nur schwer ins Spiel gefunden. Das hatten wir uns alle ganz anders vorgestellt.“ Neu-Coach Alois Schwartz, der mit zwei Nullnummern in Kiel und gegen Fürth in seine Amtszeit gestartet war, sah seine Defensivtaktik von Beginn an unter Druck.
Ob Mittelfeld-Kämpfer Rico Preißinger am kommenden Samstag im Derby gegen Erz-Rivale Arminia Bielefeld im heimischen LVM-Stadion mitwirken kann, ist unklar. Er zog sich einen Verdacht auf Bruch des kleinen Fingers zu und wurde noch während des Spiels ins Krankenhaus gebracht.
Trotz der nächsten fetten Pleite spendeten die mitgereisten Fans weiter aufmunternden Applaus. Sie richten ihre ganze Zuversicht nun auf das Derby, wo die Preußen-Wende her muss. Sonst senkt sich der Zweitliga-Vorhang womöglich schon vier Spieltage vor Saisonende.



