Exklusiv: TSV 1860 München sichert Leistungsträger mit Aufstiegsklauseln
1860 München: Verträge verlängern sich bei Aufstieg

Vertragspoker bei den Löwen: Aufstieg als automatischer Verlängerungshebel

Beim TSV 1860 München brodelt es hinter den Kulissen in einem spannenden Vertragspoker. Während die Saison in der Dritten Liga auf die Zielgerade einbiegt, hat der Verein vorsorglich wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Nach exklusiven Informationen der AZ bleiben mehrere Leistungsträger der Löwen im Falle eines Aufstiegs in die Zweite Liga automatisch länger an der Grünwalder Straße gebunden.

Versteckte Optionen im Vertragsgeflecht

Bei mindestens drei weiteren Schlüsselspielern sind entsprechende Klauseln in die Arbeitsverträge eingebaut worden, die sich bei einem erfolgreichen Aufstieg aktivieren würden. Diese versteckten Sicherheitsmechanismen betreffen zwei defensive Führungsspieler sowie einen Offensivakteur des Traditionsvereins. Damit würde sich der Kader im Aufstiegsfall quasi von selbst stabilisieren.

Bereits gegriffen haben hingegen die vertraglichen Vereinbarungen bei Torjäger Patrick Hobsch, Stürmer Florian Niederlechner und Abräumer Philipp Maier. Deren Verträge haben sich aufgrund an Einsätze geknüpfter Klauseln schon um eine weitere Spielzeit verlängert. Auch Abwehrchef Max Reinthaler hatte seinen Kontrakt bereits im Sommer 2025 bis 2027 verlängert.

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Das Erbe des Ex-Geschäftsführers

Interessanter Detailaspekt: Diese vertraglichen Sicherheitsnetze gehen noch auf die Amtszeit von Christian Werner zurück. Der im September 2025 aus fragwürdigen Gründen entlassene Ex-Geschäftsführer hat dem Verein damit nachträglich einen wertvollen Dienst erwiesen. Durch diese Klauseln bleiben umworbene Spieler, die sonst möglicherweise zu Liga-Rivalen oder höherklassigen Klubs gewechselt wären, zu vergleichsweise günstigen Konditionen erhalten.

Der schwierige Spagat der Planung

Cheftrainer Markus Kauczinski beschreibt die aktuelle Situation als Balanceakt zwischen Gegenwart und Zukunft: "Natürlich hat man auch immer schon ein Auge in der Zukunft und ich bespreche mich mit Geschäftsführer Manfred Paula und Chefscout Jürgen Jung", erklärt der Trainer. "Genauso weiß man aber auch, dass jetzt ein Moment da ist, in dem man warten muss und auch die Jungs warten müssen."

Dieses Warten betrifft insbesondere die 15 Spieler, deren Verträge am 30. Juni 2026 auslaufen. In der engen, umkämpften Dritten Liga, in der fast die halbe Liga im Aufstiegsrennen mitmischt, potenziert sich dieses Planungsdilemma noch einmal. Wie soll man als Spieler sich voll auf den Sport fokussieren, wenn die eigene Zukunft ungewiss ist? Wie als Verein professionell planen, wenn die Liga-Zugehörigkeit für die kommende Saison noch völlig offen ist?

Nachwuchs ebenfalls gesichert

Neben den etablierten Leistungsträgern hat 1860 auch bei den Junglöwen vorgesorgt. Neben den öffentlich bekannten Optionen bei Clemens Lippmann sowie den Torhütern Paul Bachmann und Miran Qela existieren weitere vertragliche Sicherungen bei Nachwuchsspielern. Diese ermöglichen es dem Verein, talentierte junge Spieler langfristig an sich zu binden.

Paulas zweigleisige Strategie

Aktueller Geschäftsführer Manfred Paula muss einen schwierigen Spagat bewältigen. "Wir planen aktuell zweigleisig und du kannst nicht alle Gespräche gleichzeitig führen, deshalb ist noch etwas Geduld gefragt", erklärte der 61-Jährige kürzlich. Er betonte dabei eine ligaunabhängige Treue innerhalb des Löwen-Rudels, muss aber gleichzeitig die finanziellen Rahmenbedingungen im Auge behalten.

Die knappen Kassen des Vereins und die ungeklärte Liga-Zugehörigkeit für die Saison 2026/27 erschweren zusätzliche Vertragsverhandlungen. Dennoch zeigen die eingebauten Aufstiegsklauseln, dass der TSV 1860 München trotz aller Unsicherheiten strategisch klug plant und wichtige Spieler für den Fall des Erfolgs an sich binden will.

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