Unrühmlicher Rekord: 23 Rote Karten nach Tumulten in Brasilien
Eine spektakuläre Massenschlägerei hat beim Finale der Staatsmeisterschaft von Minas Gerais in Brasilien für einen beispiellosen Rekord gesorgt. Insgesamt 23 Spieler der Finalisten Cruzeiro und Atlético Mineiro wurden im Bericht des Schiedsrichters mit Roten Karten bestraft – laut Medienberichten ein einsamer Rekord im Land des fünfmaligen Weltmeisters.
Schiedsrichter notierte Platzverweise im Nachhinein
Schiedsrichter Matheus Delgado Candançan konnte auf dem Platz in Belo Horizonte wegen der heftigen Tumulte keine Roten Karten zeigen. Erst im Spielbericht vermerkte er in bisher nicht dagewesenem Ausmaß die Platzverweise. Atlético Mineiro erhielt elf Rote Karten, Cruzeiro zwölf, darunter auch Torschütze Kaio Jorge.
Unter den Bestraften war auch Ex-Nationalspieler und Atlético-Kapitän Hulk. Laut dem Bericht des Unparteiischen wurde er wegen „Schlägen und Tritten gegen seine Gegner während der Massenschlägerei nach Spielende“ verwarnt. Die Nummer sieben von Atlético, die 2014 bei der WM ebenfalls in Belo Horizonte beim 1:7 gegen die DFB-Auswahl auf dem Platz gestanden hatte, machte im Nachhinein lieber den Schiedsrichter verantwortlich.
Kung-Fu-Tritte und Boxschläge lösten Chaos aus
Die Massenschlägerei wurde durch eine Szene kurz vor Spielende beim 1:0-Erfolg von Cruzeiro initiiert. Atléticos Torwart Everson revanchierte sich für ein aus seiner Sicht zu hartes Einsteigen von Cruzeiros Christian mit einem Schubser und kniete anschließend auf dem Gegenspieler. Mit Kung-Fu-Tritten und Boxschlägen mischten sich daraufhin Feld- und Ersatzspieler beider Teams ein, was zu einem völligen Chaos führte.
„Wenn man heißblütig ist und sieht, wie ein Mitspieler angegriffen wird, reagiert man automatisch“, versuchte sich Hulk an einer halbherzigen Entschuldigung. Gleichzeitig kritisierte er den Schiedsrichter scharf: „Ich habe dem Schiedsrichter schon zu Beginn des Spiels gesagt, dass es Ärger geben würde. Er hatte keine Persönlichkeit.“
Militärpolizei und Polizeischutz notwendig
Die Tumulte waren so heftig, dass noch auf dem Platz die Militärpolizei hinzugezogen werden musste. Schiedsrichter Candançan beorderte zudem Polizeischutz für sich selbst, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Dies unterstreicht die extreme Eskalation der Situation, die weit über das übliche Maß an Fußballleidenschaft hinausging.
Dieser Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die oft hitzige Atmosphäre in brasilianischen Fußballspielen und die Herausforderungen für Schiedsrichter, in solchen Umgebungen die Kontrolle zu behalten. Die Rekordzahl von 23 Roten Karten im Spielbericht dürfte in der Fußballwelt für Diskussionen sorgen und möglicherweise zu strengeren Maßnahmen gegen Gewalt auf dem Platz führen.



