BVB: Karim Adeyemi am Scheideweg – Verkaufskandidat Nummer eins?
Adeyemi am Scheideweg: Zukunft beim BVB ungewiss

Karim Adeyemi: Ein Talent am Scheideweg beim BVB

Karim Adeyemi hat bei seiner Rückkehr in die Startelf von Borussia Dortmund eindrucksvoll überzeugt. Dennoch bleibt die Zukunft des 24-jährigen Offensivspielers beim BVB völlig offen. Der Flügelflitzer steht an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere.

Die Rückkehr in die Startelf

In den Wochen zuvor war es fast schon ungewöhnlich ruhig um Adeyemi geworden. Bei Borussia Dortmund war der Angreifer aus der ersten Elf gerutscht. Vor dem Spiel gegen Augsburg durfte der 24-Jährige in fünf Partien nur einmal von Beginn an auflaufen – beim 2:3 gegen den FC Bayern. Auch in den beiden Champions-League-Playoff-Spielen gegen Atalanta Bergamo kam er jeweils nur in den letzten 20 Minuten zum Einsatz.

Adeyemi ließ sich jedoch nicht entmutigen. Mit guten Trainingsleistungen machte er auf sich aufmerksam und erhielt schließlich seine verdiente Chance: Gegen den FCA stand er erstmals in dieser Bundesligasaison über volle 90 Minuten auf dem Platz – eine klare Belohnung für sein Engagement und seine Leistungsbereitschaft in den vergangenen Wochen.

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Überzeugende Leistung in neuer Rolle

Adeyemi brachte den BVB mit seinem frühen Führungstreffer in der 13. Minute auf die Siegerstraße. Auch im weiteren Spielverlauf war der Offensivspieler am Samstagnachmittag kaum zu bremsen und hatte mehrere gute Torchancen. Die sehenswerteste Gelegenheit nach doppelter Hacken-Vorlage von Maximilian Beier und Marcel Sabitzer verfehlte jedoch nur knapp das Tor (33. Minute).

Fakt ist: Adeyemi blühte in der neuen Formation in einer Doppelspitze neben Maximilian Beier regelrecht auf. „Die beiden haben das richtig gut gemacht“, lobte Trainer Niko Kovac die Leistung der sogenannten „big buddies“, die auch abseits des Platzes viel Zeit miteinander verbringen und sogar an der Dartsscheibe konkurrieren.

Das Problem mit der Konstanz

Adeyemi kommt in dieser Spielzeit wettbewerbsübergreifend auf 35 Einsätze mit neun Toren und fünf Vorlagen. Trainer Kovac äußerte sich anerkennend: „Karim hat Ansprüche, wie jeder andere auch in der Mannschaft, von Beginn an zu spielen. Manchmal muss man als Trainer gewisse Methoden durchziehen, damit einer wirklich richtig Gas gibt. Und in dem Fall hat es geklappt.“

Doch genau hier liegt das Kernproblem. BVB-Reporter Oliver Müller bezeichnet Adeyemi als Kovacs „Lieblingsschüler“: „In der Historie der BVB-Trainer ist Kovac sicherlich derjenige, dem es am besten gelingt, eine Gesprächsebene mit Adeyemi herzustellen.“ Gleichzeitig betont Müller: „Er muss es aber auch, denn Adeyemi vergisst schnell, dass er auch die unangenehmen Dingen tun muss.“

SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer ergänzt kritisch: „Sein Engagement ist nach wie vor launig. In der Startphase der Saison war ich fast schon so weit zu sagen: ‚Adeyemi hats geschafft. Es hat Klick gemacht‘.“ Doch dann zeigte Beier in den letzten Wochen eine stabilere Form und lief Adeyemi den Rang ab. Aus den „big buddies“ wurden große Konkurrenten – mit einem klaren Sieger: Maximilian Beier.

Die Zukunftsfrage

Wie geht es nach der Saison für Adeyemi weiter? Der Vertrag des gebürtigen Münchners läuft im Sommer 2027 aus. Sedlbauer erklärt: „Als der BVB schnellstmöglich mit ihm verlängern wollte, zögerte Adeyemi. Und aktuell ist das genau andersherum.“ Der Reporter räumt der Verlängerung von Felix Nmecha (bis 2030) eine höhere Bedeutung ein.

Sedlbauer zweifelt an einer langfristigen Zusammenarbeit: „Ich glaube nicht, dass die Verantwortlichen und auch Kovac das alles ewig mitmachen werden. Es wiederholt sich.“ Müller hält dagegen: „Es besteht die Hoffnung, dass das irgendwann nicht mehr nötig ist.“

Verkaufskandidat Nummer eins?

Für Sedlbauer spricht noch ein weiterer, entscheidender Punkt für eine mögliche Trennung im Sommer: „Der bevorstehende und bereits eingeleitete Umbruch muss finanziert werden. Dank seines Marktwerts und seines Potenzials dürfte es einige Interessenten geben, die eine stattliche Summe für ihn auf den Tisch legen würden.“ Diese Einnahmen könnten eine große Chance für den BVB darstellen.

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Müller positioniert sich dagegen klar für eine Verlängerung mit Adeyemi. Der elfmalige deutsche Nationalspieler (ein Tor, eine Vorlage) dürfte wohl auch bei der kommenden Kadernominierung von Julian Nagelsmann für die Testspiele eher das Nachsehen haben. Im Hinblick auf eine WM-Teilnahme bleibt jedoch alles offen – genauso wie seine Zukunft in Schwarz-Gelb.

Fazit: Karim Adeyemi hat das Talent, den Unterschied zu machen. Müller bringt es auf den Punkt: „Wenn alles an ihm perfekt wäre und er immer dieses Engagement an den Tag legen würde, würde er bei PSG oder beim FC Chelsea spielen und nicht beim BVB.“ Doch ob der BVB weiter auf das unbeständige Talent setzt oder den finanziell lukrativen Verkauf wählt, bleibt die zentrale Frage dieses Sommers.