Vom Triple-Kurs in den Abstiegskampf: Amiris bewusste Entscheidung
Der deutsche Fußball-Nationalspieler Nadiem Amiri hat in einem ausführlichen Interview mit Sports Illustrated Deutschland die Hintergründe seines überraschenden Wechsels vom damaligen Bundesliga-Tabellenführer Bayer Leverkusen zum akut abstiegsbedrohten FSV Mainz 05 im Januar 2024 erläutert. Für den Offensivspieler war dies keine schwierige Entscheidung, sondern eine bewusste Wahl, um Charakter zu beweisen.
'Eier zeigen' und Verantwortung übernehmen
'Ich wollte mir selbst und allen da draußen beweisen, dass ich Verantwortung übernehmen, Mut zeigen und vorangehen kann', erklärte Amiri seine Motivation. Der 29-Jährige betonte, dass er in Mainz gespürt habe, 'dass der Verein mich braucht'. Diese persönliche Herausforderung zog ihn mehr an als die sicheren Titelchancen bei Leverkusen, das in jener Saison nicht nur die Bundesliga anführte, sondern auch im DFB-Pokal und der Europa League aussichtsreich dastand und am Ende tatsächlich das Double aus Meisterschaft und Pokal gewann.
Die verpassten Titel bereuen Amiri keineswegs. Stattdessen feierte er mit Mainz unter Trainer Bo Henriksen den sensationellen Klassenerhalt, bei dem er selbst schnell zum Führungsspieler avancierte. 'Und glauben Sie mir: Den Klassenerhalt mit Mainz habe ich viel ausgelassener gefeiert, als ich es mit dem Double-Sieg bei Leverkusen hätte tun können', so der Mittelfeldstratege. Diese Erfahrung habe seiner Entwicklung als Spieler und Persönlichkeit enorm gutgetan.
Nationalmannschaft und WM-Chancen im Blick
Inzwischen ist Amiri wieder regelmäßiger Bestandteil der deutschen Nationalmannschaft und blickt mit klarem Ziel auf die anstehende Weltmeisterschaft im Sommer. 'Ich bin überzeugt, dass ich gute Chancen habe, dabei zu sein, wenn ich meine Leistung im Verein weiter abrufe', sagte der Spieler. Aktuell fehlt er Mainz zwar wegen einer Fersenverletzung, doch gerade seine starken Standards und seine kreative Spielweise könnten sich als Trumpf erweisen.
Amiri zeigte sich selbstbewusst: 'Und ich bin überzeugt davon, dass ich der Mannschaft mit meiner Kreativität und meiner Art zu spielen Impulse geben kann'. Sein Wechsel zu Mainz hat somit nicht nur seine Karriere bereichert, sondern auch seine Position im Nationalteam gestärkt. Die bewusste Entscheidung für Verantwortung statt Titel hat sich für den Spieler in jeder Hinsicht ausgezahlt.



