Amnesty International warnt vor Menschenrechtskrise bei WM 2026 in Nordamerika
Amnesty warnt vor Menschenrechtskrise bei WM 2026

„Akute Menschenrechtskrise“: Amnesty International warnt vor WM-Repressionen in Nordamerika

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat in einem aktuellen Bericht erhebliche Bedenken bezüglich der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada geäußert. Nur 73 Tage vor dem Start des Turniers warnt die Organisation vor „enormen Risiken“ für alle Beteiligten.

Gefahren für Fans, Spieler und Medienschaffende

In dem 44-seitigen Dokument, das am Montag veröffentlicht wurde, werden konkrete Gefahren benannt: „staatliche Repressionen, Abschiebungen, Gewalt und Diskriminierung“ bedrohen demnach Fans, Spieler, Medienschaffende und lokale Gemeinschaften gleichermaßen. Amnesty International stellt fest, dass das Turnier inmitten einer „akuten Menschenrechtskrise“ stattfinden wird.

Das offizielle FIFA-Versprechen eines sicheren und integrativen Events steht laut der Menschenrechtsorganisation im „krassen Gegensatz“ zu den tatsächlichen Verhältnissen in allen drei Gastgeberländern. „Die FIFA und die beteiligten Regierungen müssen dringend verbindliche Schutzmaßnahmen durchsetzen“, fordert Amnesty. Dabei müssten die Menschenrechte und nicht die geplanten Rekordeinnahmen von 11 Milliarden US-Dollar im Mittelpunkt stehen.

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Besonders kritische Situation in den USA

Besonders alarmierend bewertet die Organisation die Situation in den Vereinigten Staaten, wo 78 der insgesamt 104 WM-Partien ausgetragen werden sollen. Amnesty spricht von einem „regelrechten Menschenrechtsnotstand“ und kritisiert insbesondere die Verhaftungen und Abschiebungen durch die US-Einwanderungsbehörde ICE.

Mexiko und Kanada ebenfalls im Fokus

Auch in Mexiko haben sich die Risiken deutlich erhöht. Nach den gewaltsamen Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Tötung des Drogenkartell-Bosses Nemesio Oseguera Cervantes plant die mexikanische Regierung den massiven Einsatz von Sicherheitskräften:

  • 100.000 Polizisten, Soldaten und private Sicherheitskräfte
  • Schutz der 13 WM-Spiele in Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey

In Kanada äußert Amnesty International zudem Befürchtungen hinsichtlich der möglichen Vertreibung von Obdachlosen im Vorfeld der Weltmeisterschaft.

Kritische Stimmen aus Deutschland

Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty Deutschland, warnt eindringlich: „Die WM 2026 droht mehr Repression als Fußball zu liefern. Wer protestiert oder Kritik äußert, muss bei der Weltmeisterschaft mit Repression rechnen.“ Sie betont weiter: „Setzen sich die Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE, die massenhaften Festnahmen und die Einreiseverbote fort, wird dieses Turnier zum Symbol staatlicher Einschüchterung.“

Termine der Weltmeisterschaft

Das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika ist für den 11. Juni 2026 im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt geplant. Das Finale soll am 19. Juli 2026 im MetLife-Stadium in New Jersey stattfinden. Trotz dieser festgelegten Termine bleibt die menschenrechtliche Situation in allen drei Gastgeberländern höchst besorgniserregend.

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