Der ehemalige Real-Trainer Carlo Ancelotti nimmt die Stars des Klubs trotz einer chaotischen Saison in Schutz. Mit einem Vorwurf will der Italiener endgültig aufräumen. Zweimal war Ancelotti als Trainer von Real Madrid bereits der Architekt des Erfolgs. Unter ihm gewannen die Königlichen dreimal die Champions League und sicherten sich zwei Meisterschaften.
Ancelotti: Keine Narrenfreiheit für Real-Stars
Inzwischen ist Ancelotti Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft und in Madrid scheint nach einer erneut titellosen Saison das Chaos ausgebrochen zu sein. In diesem Zusammenhang wollte der Italiener im Interview mit The Athletic mit einem hartnäckigen Mythos aufräumen. Der wiederkehrende Vorwurf: Sobald ein Trainer bei Real Madrid eine große taktische Idee anbringe, werde ihm aus Mannschaftskreisen großer Widerstand entgegengebracht – vor allem durch Starspieler, die sich nach mehr Freiheiten sehnen würden.
„Nein, nein“, meinte Ancelotti nun gegenüber The Athletic mit einem energischen Kopfschütteln und betonte: „Das klingt so, als würden die Spieler bei Real Madrid tun, was sie wollen. Das stimmt nicht. Absoluter Blödsinn. Das ist absoluter Blödsinn.“ Aus eigener Erfahrung berichtete er, wie er taktische Ideen an die Mannschaft vermitteln konnte. „Wenn ich eine Idee habe, muss der Spieler Teil dieser Idee sein. Ich will keine Strategie aufzwingen. Aber das bedeutet nicht, dass wir keine Strategie hatten“, erklärte Ancelotti sein damaliges Vorgehen.
Ancelotti will „keine Soldaten auf dem Platz“
„Wir hatten eine Strategie, und zwar eine starke Strategie, weil wir in vier Jahren zweimal die Champions League gewonnen haben und die Spieler sehr konzentriert waren, ihr zu folgen und den Plan umzusetzen. Die Vorstellung, dass Real Madrid keiner Strategie folgen will, ist nicht wahr“, stellte Ancelotti anschließend klar. Grundsätzlich wolle er „keine Soldaten auf dem Platz. Ich will Spieler, die von dem überzeugt sind, was sie tun sollen.“
Mit Blick auf die aktuelle Spielzeit der Königlichen, die mehr von internen Auseinandersetzungen als von sportlichen Highlights geprägt wurde, gab Ancelotti jedoch auch zu, es sei „keine gute Saison“ gewesen.
Ancelotti freut sich über Mourinho-Gerüchte und mahnt zu Geduld
Der Klub brauche Zeit, um den Geist früherer Erfolgsteams wieder aufzubauen. In den vergangenen Jahren habe Madrid laut Ancelotti wichtige Führungsspieler verloren. Er zählte in diesem Kontext unter anderem Casemiro, Toni Kroos, Luka Modric, Karim Benzema und Nacho auf. Leiter dieser Mission könnte ab der kommenden Saison dann José Mourinho werden, den Ancelotti als „großen Freund“ bezeichnete. Aktuell halten sich die Gerüchte, dass eine Rückkehr des Portugiesen zu Real Madrid kurz bevorstehe, hartnäckig.
Ancelotti sei jedenfalls „sehr glücklich“, sollte der Wechsel des aktuellen Benfica-Trainers bald offiziell werden. „Er kann fantastische Arbeit leisten, wie er es immer in allen Vereinen getan hat, bei denen er war.“



