Arbeitsgericht weist Klage von Ex-Trainer Antwerpen ab: VfL Osnabrück siegt vor Gericht
Der Drittliga-Tabellenführer VfL Osnabrück hat einen bedeutenden Sieg außerhalb des Fußballplatzes errungen. Das Arbeitsgericht Osnabrück hat die Klage des fristlos gefeuerten Ex-Trainers Marco Antwerpen (54) und seines Assistenten Frank Döpper (54) abgewiesen und die Kündigungen vom 27. Mai 2025 als rechtmäßig eingestuft. Damit geht der langwierige Rechtsstreit in eine neue Runde, nachdem Antwerpens Anwalt Horst Kletke Berufung vor dem Landesarbeitsgericht Niedersachsen in Hannover angekündigt hat.
Der Fall Antwerpen: Von der Rettung zur fristlosen Kündigung
Marco Antwerpen hatte die Osnabrücker im Dezember 2024 übernommen und den Klub erfolgreich vor dem Abstieg aus der 3. Liga bewahrt. Nur eine Woche nach dem Landespokalfinale, das mit 2:4 gegen BW Lohne verloren ging, wurden er und sein Assistent Döpper überraschend fristlos entlassen. Der Vorwurf lautete auf versuchte Spielmanipulation, was zu anfänglichen Sperren von einem Jahr beziehungsweise drei Monaten führte.
Obwohl das DFB-Sportgericht die Vorwürfe der versuchten Spielmanipulation später aufhob und das Verfahren einstellte, urteilte das Arbeitsgericht nun anders. Die 2. Kammer unter Vorsitz von Christian Hageböke sah es als erwiesen an, dass beide Trainer gezielt und ernsthaft auf das Finalspiel durch unbefugte Beeinflussung des ausgeliehenen Spielers Bernd Riesselmann (20) einwirken wollten, um dem VfL Osnabrück einen Vorteil zu verschaffen.
Hauptbelastungszeuge und finanzielle Konsequenzen
Als Hauptbelastungszeuge sagte Reha-Trainer Tim Schütte (26) aus. Ihm zufolge sollen Antwerpen und Döpper ihn angewiesen haben, den nach Lohne ausgeliehenen Stürmer Bernd Riesselmann zu einem Einsatzverzicht zu bewegen, beispielsweise durch eine vorgetäuschte Verletzung. Riesselmann erzielte im Endspiel dennoch ein Tor, kehrte im Sommer nach Osnabrück zurück und verlängerte im Herbst seinen Vertrag längerfristig.
Die Antwerpen-Seite muss ihre angekündigte Berufung innerhalb von vier Wochen beim Landesarbeitsgericht einreichen. Der Rechtsstreit hat erhebliche finanzielle Dimensionen: Nach dem Klassenerhalt hätten sich die Verträge von Antwerpen und Döpper mindestens bis 2027 verlängert, bei einem Aufstieg in die 2. Liga sogar um ein weiteres Jahr. Nach Informationen sollen entgangene Gehälter und Prämien im hohen sechsstelligen Bereich auf dem Spiel stehen.
Osnabrück auf dem Weg in die 2. Liga
Unter dem neuen Trainer Timo Schultz (48) steht der VfL Osnabrück kurz vor der Rückkehr in die 2. Liga. Als Tabellenführer der 3. Liga hat der Klub derzeit sieben Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. Dieser sportliche Erfolg kontrastiert mit den juristischen Auseinandersetzungen im Hintergrund, die weiterhin die Aufmerksamkeit der Fußballwelt auf sich ziehen.



