Real-Coach Arbeloa übernimmt komplette Verantwortung für Mallorca-Pleite
Real Madrid hat die wichtige Generalprobe vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern München deutlich verpasst. Die Königlichen unterlagen am Samstag beim 30. Spieltag der spanischen LaLiga bei RCD Mallorca mit 1:2 und kassierten damit einen empfindlichen Dämpfer kurz vor dem europäischen Topspiel.
„Diese Niederlage ist total und absolut meine“
Trainer Álvaro Arbeloa stellte sich nach dem Abpfiff demonstrativ vor seine Mannschaft und übernahm in der Pressekonferenz die volle Verantwortung. „Diese Niederlage ist meine, total und absolut meine“, betonte der 43-jährige Spanier mit Nachdruck. Er habe seinen Spielern in der Kabine unmissverständlich klargemacht, dass sie den Fokus sofort auf das Dienstagsspiel gegen die Bayern richten müssten.
„Ich treffe die Entscheidungen, ich mache die Aufstellung, ich wechsle aus – diese Niederlage gehört dem Trainer von Real Madrid“, sagte Arbeloa weiter. Gleichzeitig forderte er von seiner Mannschaft: „Wenn sie die Kabine verlassen, sollen sie nur noch an Bayern denken.“
Selbstkritik nach schwacher zweiter Halbzeit
Vor allem mit der Leistung seiner Mannschaft nach der Pause zeigte sich der Coach unzufrieden. „Uns haben Geduld und das gefehlt, was wir unter der Woche erarbeitet haben. Wir konnten sie weder bewegen noch über außen durchbrechen“, analysierte Arbeloa die taktischen Probleme. Die erste Halbzeit sei zwar „deutlich besser“ gewesen, doch es habe insgesamt an „mehr Energie und Klarheit“ gemangelt.
Besonders schmerzte den Trainer die fehlende Konsequenz im Abschluss. „Heute hätten wir 200 Prozent gebraucht, um zu gewinnen“, erklärte er. Zwar sei sein Team vor der Pause überlegen gewesen, doch „bei einer Unachtsamkeit“ sei man in Rückstand geraten. „Wenn du vorne nicht triffst und der Gegner schon, zahlst du in dieser Liga sofort den Preis.“
Keine Nachwirkungen für Bayern-Spiel erwartet
An mögliche negative Auswirkungen auf das Champions-League-Spiel glaubt Arbeloa jedoch nicht. „Keine“, stellte er klar. „Ich weiß, wozu meine Spieler fähig sind. Es gibt Tage, an denen läuft es nicht. Jetzt müssen wir den Schalter umlegen.“
Mit Blick auf das Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern am Dienstag im Santiago Bernabéu machte der Trainer die enorme Bedeutung des Wettbewerbs deutlich. „Es ist ein enorm wichtiges Spiel in einem Wettbewerb, der für uns herausragend ist – mit einem Publikum, das uns tragen wird“, sagte Arbeloa.
Bellingham braucht weiter Spielrhythmus
Auch Jude Bellingham stand nach dem Spiel im Fokus. Der englische Mittelfeldstar kam nach längerer Verletzungspause erneut nur zu einem Kurzeinsatz. „Er war viele Wochen raus, gegen Atlético 20 Minuten, heute eine halbe Stunde. Er muss weiter Spielrhythmus sammeln“, erklärte Arbeloa und warnte vor überzogenen Erwartungen: „Wir können nicht verlangen, dass Jude sofort auf seinem Maximum ist, wenn er keine Spiele hatte.“
Die Botschaft des Trainers ist eindeutig: Die Niederlage bei Mallorca soll ein Ausrutscher bleiben, der keine Spuren hinterlässt. Gegen den FC Bayern München zählt nur eines – volle Intensität und Konzentration von der ersten Minute an. Das Champions-League-Duell wird zur Nagelprobe für Arbeloas Fähigkeit, seine Mannschaft nach Rückschlägen mental zu stabilisieren.



