Nach Platzsturm: Drittligist Aue geht gegen eigene Chaoten vor
Nach dem spektakulären Platzsturm im Heimspiel gegen Energie Cottbus hat sich Drittligist Erzgebirge Aue dazu entschlossen, entschieden gegen die eigenen Chaoten vorzugehen. Der Klub kündigte am Montag in einer offiziellen Stellungnahme an, die Verantwortlichen identifizieren und anschließend zur Rechenschaft ziehen zu wollen.
Chaotische Szenen im Erzgebirgsstadion
Etwa 30 vermummte Personen waren zu Beginn der zweiten Halbzeit in den Innenraum gestürmt und in Richtung der Gästekurve gerannt. Auslöser war ein provozierendes Banner, das von den Cottbus-Anhängern enthüllt worden war. Erst als die Polizei aufmarschierte, flohen die Chaoten zurück in den Heimbereich. Der Vorfall wirft Fragen auf, wie die Vermummten trotz eines Großaufgebots von rund 200 Ordnern und 460 Polizisten überhaupt in den Innenraum gelangen konnten.
Aue will Täter identifizieren und in Regress nehmen
„Der FC Erzgebirge Aue hat sofort damit begonnen, sämtliche Informationen von den zuständigen Stellen einzuholen“, teilte der Verein mit. Man sei um eine „lückenlose Aufklärung und Identifizierung der Täter“ bemüht. Nach Ermittlung der Verantwortlichen werde der Verein diese in Regress nehmen. Bereits unmittelbar nach dem Abpfiff des Ost-Duells, das Aue mit 1:2 verlor, hatte FCE-Boss Thomas Schlesinger den Platzsturm der eigenen Fans scharf kritisiert.
„Sowas ist schädlich – nicht nur für den Fußball, sondern auch für den FC Erzgebirge Aue“, sagte Schlesinger dem Online-Portal Tag24. „Ich weiß nicht, was der DFB sich an Strafen einfallen lassen wird. Die Unterbrechung ist aber auch deswegen ärgerlich gewesen, weil wir die ersten sechs Minuten nach der Pause gut im Spiel drin waren. Das sind alles Dinge, die gehören nicht auf den Fußballplatz, nicht zum FCE – und schaden unserem Verein.“
Sportliche und finanzielle Konsequenzen drohen
Erzgebirge Aue droht nun eine saftige Geldstrafe vom DFB. Gleichzeitig steckt der Klub sportlich tief im Abstiegskampf. Nach der 1:2-Niederlage gegen Tabellenführer Cottbus beträgt der Abstand zum rettenden Ufer bereits vier Punkte. Am Samstag kommt mit dem VfL Osnabrück ein weiterer Aufstiegskandidat ins Erzgebirgsstadion.
Die Ereignisse werfen ein grelles Licht auf die Sicherheitsproblematik im deutschen Profifußball und zeigen, wie schnell emotionale Geladenheit in Gewalt umschlagen kann. Der Verein betont, dass solche Vorfälle weder mit dem Fußball noch mit den Werten des FC Erzgebirge Aue vereinbar seien.



