Von der Stammkraft zur Ersatzbank: Das Bakayoko-Rätsel bei RB Leipzig
Die Situation wirft Fragen auf: Noch in der Hinrunde war Johan Bakayoko (22) bei RB Leipzig auf dem rechten Flügel eine feste Größe, ein unumstrittener Stammspieler mit regelmäßigen Scorerpunkten. Doch seit Beginn des neuen Jahres muss sich der Belgier, der vor der Saison für stolze 18 Millionen Euro vom PSV Eindhoven verpflichtet wurde, mit Mini-Einsätzen begnügen. Ein bemerkenswerter Wandel, der die Fußballwelt beschäftigt.
Verletzungspech und starke Konkurrenz
Im Winter warf den talentierten Flügelspieler hartnäckige muskuläre Probleme aus der Bahn. Diese Verletzung kam zur denkbar ungünstigsten Zeit, denn in seiner Abwesenheit etablierten sich andere Spieler in der Mannschaft von Trainer Ole Werner (37). Die Flügelpositionen sind bei RB Leipzig mittlerweile extrem stark besetzt: Rechts agiert der 19-jährige Yan Diomande, links der 20-jährige Antonio Nusa.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bakayoko kam im neuen Jahr bisher auf lediglich zwölf Spielminuten. Zuletzt bekam sogar das Top-Talent Tidiam Gomis (19) den Vorzug vor dem 18-fachen belgischen Nationalspieler. Eine Entwicklung, die viele Beobachter überrascht.
Trainer Werner erklärt die schwierige Situation
RB Leipzigs Trainer Ole Werner äußert sich verständnisvoll zur Situation seines Spielers: „Wir haben auf den Außenbahnen eine riesige Qualität und eine ganze Menge Jungs, die dort zum Einsatz kommen können. Da ist es schwierig, allen gerecht zu werden.“ Der Trainer betont jedoch, dass es sich um eine taktische Entscheidung handle: „Insofern ist es immer eine Abwägung, wer aus unserer Sicht welche Form hat und wer zum Gegner passt.“
Werner macht deutlich, dass Bakayoko keineswegs abgeschrieben sei: „Es liegt an ihnen. Man merkt den beiden an, dass sie mit den Hufen scharren.“ Damit spielt der Trainer sowohl auf Bakayoko als auch auf Gomis an, die beide um mehr Spielzeit kämpfen.
Die persönliche Seite: Bakayoko bewahrt gute Laune
Trotz der sportlich unbefriedigenden Situation hat sich Johan Bakayoko seine positive Grundstimmung bewahrt. Nach einer kürzlichen Trainingseinheit überraschte er die Medienvertreter, als er spontan die Pressekonferenz mit Teamkollege Castello Lukeba (22) „crashte“. Der Belgier übernahm kurzerhand ein Mikrofon und stellte dem Franzosen freche Fragen – eine Aktion, die die lockere Atmosphäre innerhalb der Mannschaft unterstreicht.
Champions-League-Kampf als Chance
Die aktuelle Tabellensituation könnte Bakayoko neue Chancen eröffnen. RB Leipzig steht derzeit als Fünfter in der Bundesliga, was unter Umständen für die Champions League reichen könnte. Trainer Werner betont die Bedeutung der entscheidenden Phase: „Das ist für mich immer die schönste Zeit, weil sich alle Kräfte auf ein Ziel bündeln und man weiß, um welche Plätze man am Ende tatsächlich spielt.“
In dieser „Crunch Time“, wie Werner sie nennt, könnte Bakayoko noch zum entscheidenden Faktor werden. Die letzten Wochen der Saison bieten dem Belgier die Möglichkeit, sich zurück in die Stammformation zu spielen und im Kampf um die internationalen Plätze eine wichtige Rolle zu übernehmen.
Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Johan Bakayoko den schwierigen Weg von der Joker-Rolle zurück in die Startelf schafft. Bei RB Leipzig herrscht jedenfalls eine gesunde Konkurrenzsituation, von der letztlich die gesamte Mannschaft profitieren könnte.



