Ballack kritisiert Löw: »Einfach enttäuschend« – Keine Aussprache nach Karriereende
Ballack kritisiert Löw: »Einfach enttäuschend«

Ballack übt scharfe Kritik an Löw: »Einfach enttäuschend«

Mehr als 15 Jahre nach dem abrupten Ende seiner Karriere in der deutschen Nationalmannschaft treiben Michael Ballack die damaligen Umstände immer noch um. In einem ausführlichen Interview mit dem Sender Sky äußert der ehemalige DFB-Kapitän deutliche Kritik am Verhalten des damaligen Bundestrainers Joachim Löw.

Das schwere Foul und das verpasste WM-Turnier

Im Jahr 2010 sollte Michael Ballack als Kapitän und Führungsspieler die deutsche Nationalmannschaft durch die Weltmeisterschaft in Südafrika führen. Doch ein schweres Foul von Kevin-Prince Boateng im englischen Pokalfinale veränderte alles. Der damalige Chelsea-Spieler erlitt eine schwere Fußverletzung, die ihn zur Absage des Turniers zwang.

Ohne ihren erfahrenen Kapitän erreichte die DFB-Elf unter Joachim Löw das Halbfinale, unterlag dort Spanien und gewann anschließend das Spiel um Platz drei gegen Uruguay. Philipp Lahm übernahm in dieser Zeit die Kapitänsbinde – eine Entwicklung, die Ballack aus heutiger Sicht kritisch bewertet.

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Mangelnde Kommunikation als Hauptkritikpunkt

»Wie der Bundestrainer da mit mir oder wie er auch nicht mit mir umgegangen ist – also eben nicht kommuniziert hat«, beschreibt Ballack die Monate nach seiner Verletzung. Besonders enttäuscht zeigt sich der 49-Jährige vom Umgang mit der Kapitänsfrage.

Als Philipp Lahm in einem Interview erklärte, die Kapitänsbinde nicht mehr abgeben zu wollen, blieb Joachim Löw nach Ballacks Angaben stumm. »Es war kein Alleingang von Philipp Lahm«, stellt der ehemalige Mittelfeldspieler heute klar und deutet damit an, dass der Bundestrainer diese Entwicklung zumindest geduldet habe.

Die verpasste Aussprache

Lange wurde über ein mögliches Comeback des 98-maligen Nationalspielers spekuliert, doch erst im Juni 2011 teilte Joachim Löw mit, dass es keine Rückkehr mehr geben werde. Genau diese Kommunikationsweise kritisiert Ballack scharf.

»Ich hätte mir einfach eine offenere Kommunikation in Sachen von Jogi Löw gewünscht«, erklärt der Ex-Profi. »Dann gebietet es zumindest der Respekt, das, was ich geleistet habe für die Nationalmannschaft, die zehn Jahre vorher, dass man es mir ins Gesicht sagt.«

Zu einer persönlichen Aussprache sei es trotz Ballacks Bemühungen nie gekommen: »Für mich war das zu dem Zeitpunkt einfach enttäuschend. Ich habe das eingefordert, aber Jogi Löw ist damals ausgewichen«, resümiert der heute 49-Jährige die damalige Situation.

Die bleibende Enttäuschung

Die Ereignisse von 2010 und 2011 haben bei Michael Ballack tiefe Spuren hinterlassen. Während Joachim Löw mit der Nationalmannschaft 2014 den Weltmeistertitel gewann und bis 2021 im Amt blieb, beendete Ballack seine Karriere 2012 ohne weitere Einsätze im DFB-Trikot.

Das Interview zeigt, dass trotz der vergangenen Jahre die Enttäuschung über den mangelnden Respekt und die ausbleibende Kommunikation bis heute anhält. Für Ballack bleibt das Verhalten des Bundestrainers in dieser entscheidenden Phase seiner Karriere ein ungelöstes Kapitel.

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