Ballack rechnet mit Löw und Lahm ab: Kritik an Umgang nach Karriereende
Ballack kritisiert Löw und Lahm nach Karriereende

Ballack rechnet mit Löw und Lahm ab: Kritik an Umgang nach Karriereende

Michael Ballack, ehemaliger Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft, hat in einem aktuellen Interview scharfe Kritik am Umgang mit seiner Person nach dem vorzeitigen Karriereende geäußert. Der heutige TV-Experte und Berater bei Sky nimmt dabei insbesondere Ex-Bundestrainer Joachim Löw und Philipp Lahm, der ihn als Mannschaftskapitän beerbte, in die Pflicht.

Das Ende einer großen Karriere

Im Jahr 2010 erlitt Michael Ballack im englischen Pokalfinale eine schwere Fußverletzung durch ein Foulspiel von Kevin-Prince Boateng. Diese Verletzung bedeutete nicht nur das Verpassen der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika, sondern auch das vorzeitige Ende seiner internationalen Karriere. Der damalige Profi des FC Chelsea kehrte anschließend nie wieder ins Aufgebot des DFB-Teams zurück.

Wie der heute 49-Jährige nun verriet, habe er in der Zeit nach der Verletzung sehr gelitten. „Die damit verbundenen Monate danach, weil ich das natürlich, also ich sage es ganz deutlich, als ungerecht empfunden habe!“, so Ballack. Das Verhalten von Joachim Löw und Philipp Lahm habe ihn dabei besonders schwer getroffen.

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Kritik an fehlender Kommunikation und Respekt

Ballack bemängelt vor allem die mangelnde Kommunikation seitens des damaligen Bundestrainers. „Für mich, wie der Bundestrainer da mit mir umgegangen ist oder wie er auch nicht mit mir umgegangen ist – also eben nicht kommuniziert hat“, erklärte der Ex-Profi. Löw habe ihm erst im Juni 2011 mitgeteilt, dass seine Zeit als Kapitän im DFB-Team abgelaufen sei.

Besonders enttäuscht zeigte sich Ballack darüber, dass Philipp Lahm in einem Interview klarstellte, die Kapitänsbinde nicht mehr abgeben zu wollen, während Joachim Löw dazu keine Stellung bezog. „Es war kein Alleingang von Philipp Lahm!“, betonte Ballack nachdrücklich.

„Werte, die ich nicht vertrete“

Der ehemalige Nationalspieler fühlte sich in seiner Ehre verletzt: „Das meinte ich mit ungerecht. Das sind Werte, die ich nicht vertrete! Das ist nicht passiert und das hat mich so enttäuscht!“ Ballack hätte sich gewünscht, dass man ihm die Chance gegeben hätte, wieder in die Mannschaft zurückzukehren, und dass sein jahrelanger Einsatz für die Nationalmannschaft mehr Respekt erfahren hätte.

Er suchte damals sogar das direkte Gespräch mit Joachim Löw, doch der spätere Weltmeistertrainer wich einer Konversation aus. „Ich habe das eingefordert, aber Jogi Löw ist damals ausgewichen! Er wollte sich, glaube ich, auch eine Hintertür offenlassen. Also, er hat das immer wieder aufgeschoben!“, erinnerte sich Ballack.

Eine beeindruckende Bilanz

Trotz des bitteren Endes kann Michael Ballack auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Insgesamt 98-mal stand er für die deutsche A-Nationalmannschaft auf dem Platz. 2002 wurde er Vizeweltmeister, vier Jahre später sicherte sich Deutschland bei der Heim-WM den dritten Platz. Seine Leistungen und sein Einsatz für den DFB bleiben unbestritten, auch wenn der Abschied unter schwierigen Umständen erfolgte.

Die aktuellen Äußerungen Ballacks werfen ein neues Licht auf die damaligen Vorgänge und zeigen, wie tief die Verletzungen – sowohl körperlich als auch emotional – bei dem ehemaligen Kapitän sitzen. Die Diskussion über Werte, Respekt und fairen Umgang im Profisport wird durch diese Enthüllungen neu entfacht.

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