Union Berlins Trainer Baumgart setzt auf konkrete Schritte statt Spekulationen
Vor seinem 50. Pflichtspiel als Cheftrainer des 1. FC Union Berlin betont Steffen Baumgart eine klare Strategie für den Endspurt der Fußball-Bundesliga. Statt sich mit langfristigen Rechenspielen oder hypothetischen Szenarien zu beschäftigen, konzentriert sich der 54-jährige Coach ausschließlich auf das unmittelbar bevorstehende Duell.
„Der nächste Schritt ist Pauli“ – Baumgarts klare Prioritätensetzung
„Um unser Ziel zu erreichen, musst du den nächsten Schritt machen. Und der nächste Schritt ist Pauli. Da muss ich nicht über Heidenheim oder Wolfsburg nachdenken“, erklärte Baumgart im Vorfeld des Heimspiels gegen den FC St. Pauli am Sonntag. Diese Aussage unterstreicht seine Philosophie, die Mannschaft auf das jeweils aktuelle Spiel zu fokussieren, anstatt sich von der Gesamtsituation der Tabelle ablenken zu lassen.
Obwohl Union Berlin in den kommenden drei Spieltagen auf die drei aktuell letztplatzierten Teams der Liga trifft – neben St. Pauli noch den 1. FC Heidenheim und den VfL Wolfsburg – vermeidet Baumgart bewusst den Begriff „entscheidende Wochen“. Für ihn steht fest: „Es geht um den Klassenerhalt für beide Mannschaften. Für uns geht’s genauso darum wie für Pauli – unabhängig davon, wie die Tabellensituation ist.“
Komfortabler Vorsprung trotz schwacher Phase
Die Berliner haben in den letzten zwölf Spielen lediglich zwei Siege erringen können und damit einen Teil ihres zuvor zweistelligen Punktevorsprungs auf die Abstiegsränge verspielt. Dennoch verfügt Union weiterhin über einen komfortablen Puffer von sieben Punkten auf den Relegationsplatz 16, der aktuell vom kommenden Gegner St. Pauli belegt wird.
Baumgart weigert sich jedoch, Prognosen darüber abzugeben, wie viele Punkte letztendlich für den sicheren Klassenerhalt notwendig sein werden. „Das ist immer eine Diskussion, die unnötig ist. Glaskugel ist nicht mein Metier“, betonte der erfahrene Trainer. Diese Haltung spiegelt seinen pragmatischen Ansatz wider, der sich auf kontrollierbare Faktoren konzentriert.
Die 40-Punkte-Marke als Richtwert
Im Fußball gilt oft die 40-Punkte-Marke als grober Richtwert für den gesicherten Klassenerhalt. Davon sind die Köpenicker derzeit noch neun Zähler entfernt. Mit sieben verbleibenden Spielen sind theoretisch noch 21 Punkte möglich, doch Baumgart bleibt realistisch: „Wir werden nicht alle 21 Punkte holen.“
Stattdessen setzt er auf eine Schritt-für-Schritt-Strategie, bei der jedes einzelne Spiel die volle Aufmerksamkeit erhält. Dieser Ansatz soll die Mannschaft vor übermäßigem Druck bewahren und gleichzeitig die Konzentration auf das Wesentliche lenken. Für Baumgart zählt nur der nächste Gegner – alles andere ist Spekulation.



