Bayer Leverkusen in der Saisonkrise: Letzte Rettung durch Bayern München?
Die Gesichter der Spieler von Bayer Leverkusen hängen in dieser Bundesliga-Saison häufig tief nach unten. Mit teuren Neuzugängen im Wert von 200 Millionen Euro und zwei Trainernwechseln steht der Werksklub nach 30 Spieltagen nur auf dem enttäuschenden sechsten Tabellenplatz. Die Überzeugung von der eigenen Stärke, mit der Ex-Trainer Xabi Alonso (44) die Mannschaft 2024 zum Double-Sieger machte und in der vergangenen Saison zum größten Konkurrenten des FC Bayern München formte, ist vollständig verschwunden.
Historische Pleite gegen Augsburg unterstreicht die Krise
Den deutlichen Beweis für die anhaltende Schwäche lieferte die jüngste 1:2-Niederlage gegen den FC Augsburg. Trotz beeindruckender 36 Torschüssen gelang den Leverkusenern nur ein einziger Treffer, was zu null Punkten führte. Diese statistische Besonderheit ist in der gesamten Geschichte der Bundesliga einmalig und unterstreicht die gravierenden Probleme im Abschlussverhalten der Mannschaft.
Jetzt konzentriert sich Bayer Leverkusen vollständig auf die Hoffnung, die vom FC Bayern München ausgeht. Am Mittwoch erwartet der Werksklub die frisch gekürten deutschen Meister im Halbfinale des DFB-Pokals. Ein Sieg über die Mannschaft, die am Sonntag die erneute Meisterschaft feierte, würde die letzte verbliebene Titelchance für Leverkusen in dieser Saison erhalten. Ein Pokaltriumph könnte das insgesamt desaströse Gesamtbild der Spielzeit noch retten und wenigstens einen positiven Akzent setzen.
Champions-League-Qualifikation als übergeordnetes Ziel
Noch wichtiger für den Verein ist allerdings die dringend benötigte Qualifikation für die Champions League. Der VfB Stuttgart auf dem vierten Tabellenplatz ist derzeit vier Punkte entfernt. Zwar gibt es am 33. Spieltag noch das direkte Duell mit dem VfB, doch angesichts der aktuellen Leistungsschwankungen erscheint eine Aufholjagd nahezu illusorisch. Deshalb wird der FC Bayern München umso bedeutender.
Gewinnen die Münchner die Champions League, erhöht sich die Chance der Bundesliga auf den fünften Startplatz in der Königsklasse erheblich. Leverkusen könnte davon als großer Profiteur profitieren. Der Rückstand auf die TSG 1899 Hoffenheim beträgt nach der Augsburg-Pleite nur noch zwei Punkte, und auch Hoffenheim schwächelt seit Wochen. Der fünfte Platz sollte für Bayer Leverkusen daher durchaus erreichbar sein.
Finanzielle und sportliche Bedeutung der Königsklasse
Die Qualifikation für die Champions League ist für Bayer Leverkusen nicht nur finanziell von enormer Bedeutung – allein in der Saison 2025/26 brachte die Teilnahme 79,5 Millionen Euro Umsatz – sondern vor allem für die langfristige Attraktivität des Vereins entscheidend. Leverkusen benötigt dringend die internationale Strahlkraft der Königsklasse, um für Top-Spieler und für den neuen Trainer, der im Sommer den aktuellen Coach Kasper Hjulmand (54) ablösen soll, interessant zu bleiben.
Trainer Hjulmand bringt bei Bayer Leverkusen derzeit keine notwendige Konstanz in die Mannschaft. Die Leistungen schwanken extrem, und die taktische Ausrichtung wirkt häufig unklar. Wegen der eigenen Krisensaison ruhen die Hoffnungen des Vereins deshalb tatsächlich auf den Leistungen des FC Bayern München in der Champions League. Nur durch bayrische Erfolge auf europäischer Ebene könnte sich für Leverkusen noch eine Hintertür zur Teilnahme an der Königsklasse öffnen.



