Trotz Havertz-Tor: Bayer 04 glaubt an seine Chance in London
Die Stimmung bei Bayer 04 Leverkusen ist trotz des späten Ausgleichstreffers von Ex-Spieler Kai Havertz im Champions-League-Achtelfinale erstaunlich zuversichtlich. Nach dem 1:1 im Hinspiel gegen den englischen Tabellenführer Arsenal London reist die Werkself mit großem Selbstvertrauen zur entscheidenden Partie in die britische Hauptstadt.
Rolfes träumt von Havertz-Rückkehr
Sportgeschäftsführer Simon Rolfes äußerte in den Katakomben der BayArena seinen langgehegten Wunsch: „Immer wenn wir sprechen, fange ich schon mal an, ein bisschen zu graben“, verriet er mit einem Schmunzeln. Der Leverkusener Manager würde den deutschen Nationalspieler gerne irgendwann wieder im Bayer-Trikot sehen. Zuvor hatte Havertz jedoch gezeigt, wie weh er seiner alten Liebe tun kann.
Mit einem verwandelten Strafstoß in der Schlussphase verhinderte der 26-Jährige den Überraschungssieg der Rheinländer. „Dafür habe ich jahrelang gearbeitet, um in solchen Momenten da zu sein“, erklärte Havertz nach dem Spiel. „Deswegen freue ich mich natürlich.“
Andrichs kämpferische Worte vor London-Reise
Bayer-Kapitän Robert Andrich, der das Leverkusener Tor erzielt hatte, lieferte sich nach dem Abpfiff ein Wortgefecht mit Havertz im Mittelkreis. „Normaler Trashtalk“, beschrieb der Mittelfeldspieler die Situation lächelnd. Viel Zeit, sich über den umstrittenen Elfmeterpfiff aufzuregen, bleibt den Leverkusenern jedoch nicht.
Innerhalb einer Woche stehen drei Topspiele an:
- Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Bayern München am Samstag
- Champions-League-Rückspiel bei Arsenal London am Dienstag
- Kampf um die erneute Teilnahme an der Königsklasse
„In so einer kurzen Zeit drei Top-Spiele hatte ich, glaube ich, auch noch nicht“, gestand Andrich. „Dafür sind wir da.“
Vertrauen in die eigene Stärke
Trotz des späten Rückschlags nehmen die Leverkusener viel Selbstbewusstsein mit nach England. „Wir haben gesehen, dass wir Arsenal schlagen können und dass wir ihnen Paroli bieten können“, betonte Andrich entschlossen. „Wir fahren dorthin, um eine Runde weiterzukommen. Sonst brauchen wir gar nicht erst anreisen.“
Trainer Kasper Hjulmand stellte ebenfalls fest: „Da geht was!“ Seine Mannschaft hatte gegen die starke Offensive der Gunners, die zuvor alle acht Champions-League-Partien dieser Saison gewonnen hatten, kaum Torchancen zugelassen.
Havertz' emotionale Rückkehr
Für Kai Havertz war die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte besonders emotional. Der Offensivspieler, der als Zehnjähriger zu Bayer 04 gekommen war, kennt die Verhältnisse in der BayArena bestens. „Ich glaube, ich habe schon den ein oder anderen Elfmeter auf der Seite geschossen. Deswegen kenne ich das Gefühl“, erklärte er.
Simon Rolfes schwärmte von den Qualitäten seines ehemaligen Schützlings: „Kai vereint so viele Facetten als Fußballspieler. Das macht ihn so stark.“ Der Geschäftsführer ergänzte: „Auch von der Persönlichkeit her: Er ist immer bodenständig gewesen, war immer ein Vorbild in der Mannschaft - trotz seines herausragenden Status, den er damals schon bei uns hatte.“
Zum Abschluss seiner erfolgreichen Rückkehr posierte Havertz noch für ein Fan-Foto, bevor er sich verabschiedete - zumindest bis zum Rückspiel am Dienstag in London, wo Bayer Leverkusen beweisen will, dass der Glaube an die eigene Chance berechtigt ist.



