FC Bayern München feiert 35. Meisterschaft mit Blick auf Triple
Der FC Bayern München hat am Sonntagabend mit einem imponierenden 4:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart vorzeitig seine 35. deutsche Fußball-Meisterschaft gesichert. Doch die Feierlichkeiten in der Allianz Arena fielen gedämpft aus, denn der Rekordmeister hat größere Ziele vor Augen: das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League.
Kakadu als kuriose Kultfigur auf Reise
Für seinen Triple-Traum hat der Verein eine ungewöhnliche Begleitung: eine Kakadu-Porzellanfigur, die im vergangenen Jahr bei einer Meister-Party aus einem Münchner Nobelrestaurant stibitzt wurde. „Ich glaube, der Kakadu macht eine große Reise“, erklärte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen nach dem Titelgewinn. Die Figur, die auch auf den Meister-T-Shirts abgebildet ist, soll den Weg zu den nächsten Finalen weisen – am 23. Mai nach Berlin zum DFB-Pokal-Finale und am 30. Mai nach Budapest zum Champions-League-Endspiel.
„Wir haben den wichtigsten Titel gewonnen, die deutsche Meisterschaft, aber es ist more to come“, betonte Dreesen. Die Spieler wie Harry Kane und Joshua Kimmich genossen den Erfolg in der Spielerlounge, doch das Vergnügen war bewusst zurückhaltend. „Die Spieler freuen sich und natürlich wissen sie auch, dass sie es heute nicht übertreiben dürfen“, so Dreesen, der selbst mit seiner Frau nur ein Glas Champagner plante.
Kompany feiert mit Respekt und Fokus
Trainer Vincent Kompany, der im Sommer 2024 als Notlösung vom FC Burnley kam und mittlerweile als Ideallösung gilt, legte Wert darauf, den Titel angemessen zu würdigen. „Ich möchte null Arroganz zu diesen Titeln haben und sie auch feiern und genießen“, sagte der Belgier nach seiner zweiten Meisterschaft in seinem zweiten Jahr beim FC Bayern. Für kurze Momente ließ er sich von der Fankurve zu Jubelposen animieren und zeigte dabei das Feierbiest in sich, wie es einst Louis van Gaal beschrieb.
Sportvorstand Max Eberl lobte Kompany als „großartigen Trainer, der weiß, wie man Titel feiert“. Harry Kane, der in dieser Saison bereits 51 Tore erzielte, ergänzte: „Er ist ein sehr ausgeglichener Typ, er lässt sich weder von Höhen noch Tiefen aus der Ruhe bringen, aber er liebt es zu gewinnen.“
Verletzungspech trifft Serge Gnabry hart
Bei den gedämpften Feierlichkeiten fehlte jedoch Nationalspieler Serge Gnabry schmerzlich. Der 30-jährige Offensivspieler zog sich im Abschlusstraining für das Stuttgart-Spiel eine schwere Adduktorenverletzung zu. „Die Saison wird wahrscheinlich nicht mehr funktionieren, alles andere steht ein Stück weit in den Sternen“, sagte Eberl und bezeichnete den Fall als dramatisch. Gnabrys Teilnahme an der anstehenden WM ist nun in Gefahr.
Joshua Kimmich zeigte sich geknickt: „Er fehlt uns extrem in der Kabine und auf dem Feld. Es ist echt ein sehr großer Verlust als Fußballer und als Mensch.“ Der FC Bayern muss diesen Ausfall auffangen, denn zwei weitere Titel warten in dieser Saison.
Nächste Schritte auf dem Triple-Weg
Bereits am Mittwoch wollen die Bayern bei Bayer Leverkusen das Ticket für das DFB-Pokal-Finale nach Berlin buchen. Anschließend folgen die Champions-League-Halbfinals gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain Anfang Mai. Leon Goretzka kommentierte die Kakadu-Figur, die zu einem unverzichtbaren Party-Accessoire der Mannschaft geworden ist: „Der hat schon die letztjährigen Feierlichkeiten dominiert. Der hat jetzt lange warten müssen, bis wir ihn wieder rausgelassen haben aus seinem Käfig.“
Kompany bleibt fokussiert: „Wir haben noch genügend Zeit, um das zu feiern, was wir schon erreicht haben. Aber jetzt geht es nur darum, was wir noch erreichen können.“ Der Kakadu und die Mannschaft sind bereit für die große Reise zum Triple.



