Bayerns Fußballerinnen demonstrieren Stärke im Halbfinale
Die Frauen des FC Bayern München haben sich mit beeindruckender Souveränität für das Endspiel des DFB-Pokals qualifiziert. Im Halbfinale setzten sich die Münchnerinnen gegen die SGS Essen mit einem deutlichen 4:0 (3:0) durch und setzten damit ein klares Zeichen ihrer aktuellen Formstärke.
Gwinns Hacke als Initialzündung
Den Weg ins Finale ebnete Nationalmannschaftskapitänin Giulia Gwinn bereits in der 29. Spielminute mit einer technisch anspruchsvollen Hacke, die Momoko Tanikawa in Szene setzte. Tanikawa vollendete die Vorlage flach zum 1:0. Diese frühe Führung gab der Partie die entscheidende Richtung und ließ den Bundesliga-Vorletzten aus Essen keine echte Chance.
Pernille Harder erhöhte in der 40. Minute per Kopf auf 2:0, bevor Edna Imade kurz vor der Halbzeitpause mit ihrem ersten Treffer das Ergebnis auf 3:0 ausbaute. Imade komplettierte in der 73. Minute mit einem weiteren Kopfballtor den Kantersieg zum 4:0-Endstand.
Wolfsburg ringt sich ins Finale
Im anderen Halbfinale benötigte der VfL Wolfsburg deutlich mehr Mühe für den Finaleinzug. Gegen das Bundesliga-Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena setzten sich die Wolfsburgerinnen erst im dramatischen Elfmeterschießen mit 5:4 durch. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 0:0 gestanden.
Nationaltorhüterin Stina Johannes hielt zwei Elfmeter und wurde damit zur Matchwinnerin. Smilla Vallotto verwandelte den entscheidenden Strafstoß. Johannes äußerte nach dem Spiel besondere Gedanken an die verletzte Alexandra Popp: "Sie ist eine Legende des Vereins, und ich glaube, es bedeutet ihr sehr viel, in ihrem letzten Jahr mit uns noch einmal im Pokalfinale stehen zu können."
Popps Abschiedsträume
Alexandra Popp, die frühere DFB-Kapitänin, wird den VfL Wolfsburg nach 14 Jahren im Sommer verlassen und zu Borussia Dortmund wechseln. Aktuell fehlt sie aufgrund einer muskulären Verletzung. "Wir hoffen natürlich, dass es zum Pokalfinale reicht, aber das entscheidet die Wade selbst. Es wäre ein Träumchen, am Ende mit dem Pokal in der Hand diesen Verein verlassen zu können", so Popp gegenüber der ARD.
Für Wolfsburg bedeutet der Finaleinzug die Wahrung der letzten Titelchance in dieser Saison. In der Vorsaison waren die Frauen des VfL bereits im Viertelfinale an der TSG Hoffenheim gescheitert. Zuvor hatte Wolfsburg den DFB-Pokal zehnmal in Serie gewonnen - eine beeindruckende Serie, die nun fortgesetzt werden soll.
Bayerns Triple-Träume leben
Der FC Bayern kann in dieser Spielzeit weiter vom ersten Frauen-Triple der Vereinsgeschichte träumen. Neben dem DFB-Pokal-Finale wartet in der Champions League im Halbfinale der Topfavorit FC Barcelona. Die achte deutsche Meisterschaft - die vierte in direkter Folge - scheint angesichts von 13 Punkten Vorsprung auf Verfolger Wolfsburg nur noch eine Formsache zu sein.
Das Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg findet am 14. Mai in Köln statt. Der Titelverteidiger aus München geht als klarer Favorit in die Begegnung, während Wolfsburg auf die Rückkehr von Alexandra Popp und den besonderen Motivationsfaktor ihres Abschiedsjahres hofft.



