Bayern München im Kampf gegen Berater: Hoeneß attackiert, Eberl taktiert
Der FC Bayern München befindet sich nach den zähen Verhandlungen um Dayot Upamecanos Zukunft im Angriffsmodus. Die Speerspitze bildet dabei Klub-Patron Uli Hoeneß, der in einem Interview mit BILD eine klare Kampfansage an die Fußball-Berater-Szene formulierte.
Hoeneß mit deutlichen Worten gegen Berater-Dominanz
Uli Hoeneß sagte wörtlich: „Wir werden dieses ganze Berater-Thema zur Diskussion stellen! Und wir werden es uns nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft.“ Diese Aussage markiert eine deutliche Zäsur in der bisherigen Praxis des Vereins und richtet sich gegen eine gesamte Branche, die in den letzten Jahren zunehmend an Einfluss gewonnen hat.
Eberl mit differenzierterer Position
Sportvorstand Max Eberl äußerte sich im Exklusiv-Interview mit SPORT1 etwas zurückhaltender, aber ebenfalls kritisch: „Man kann schon sagen, dass die Rolle der Berater vielleicht zu groß geworden ist. Man muss genau abwägen und dann eben ‚Nein‘ sagen, wenn die Forderungen unverhältnismäßig sind.“ Der 52-Jährige agiert defensiver als sein Mentor Hoeneß, was nicht verwundert, da Eberl den häufigsten Kontakt zu Spielern und deren Beratern hat und deren Druck zuerst spürt.
Strategische Differenzierung unter Beratern
Interessant an Bayerns neuer Marschroute ist die differenzierte Herangehensweise. Die Münchner scherten die Berater nicht über einen Kamm, sondern machen durchaus Unterschiede. So wurde beispielsweise Luis Díaz‘ Vertreter von Hoeneß in den höchsten Tönen gelobt. Fast wirkt es so, als wolle der Ehrenpräsident einen Keil zwischen die zahlreichen Berater treiben – eine Strategie mit durchaus realistischen Erfolgschancen angesichts der großen Konkurrenz innerhalb der Branche.
Rumoren in der Berater-Szene
Hinter vorgehaltener Hand bezeichnen Berufskollegen Upamecanos Berater-Duo vereinzelt als „wahnsinnig“ oder „gierig“. Das zähe Verhandlungs-Theater um den französischen Verteidiger habe der ganzen Branche geschadet, heißt es in Insiderkreisen. Dieses Rumoren könnten die Bayern-Bosse durchaus für ihre Zwecke nutzen – zumindest kurz- und mittelfristig.
Langfristige Strategie benötigt Verbündete
Langfristig gesehen müsste es den Münchnern jedoch gelingen, auch andere Top-Klubs von einer härteren Gangart gegenüber Beratern zu überzeugen. Angesichts der Finanzkraft von Vereinen wie Manchester City, Paris Saint-Germain oder Real Madrid stellt dies ein schwieriges Unterfangen dar – dort sitzt das Geld deutlich lockerer als an der Säbener Straße. Nicht umsonst bezeichnet Eberl das gesamte Thema als „sehr komplex“.
Historischer Kampf wird fortgesetzt
Der Weg zu einer nachhaltigen Veränderung könnte vermutlich nur über die Klub-Vereinigung ECA führen. Dort führten Hoeneß und vor allem Ex-CEO Karl-Heinz Rummenigge schon vor Jahren einen ewigen Kampf gegen die wachsende Macht der Spielerberater. Nun scheint dieser Konflikt eine neue Dimension zu erreichen.
Frage nach verpassten Chancen
Im konkreten Fall Upamecano stellt sich die Frage, warum die Verantwortlichen des FC Bayern nicht bereits jetzt ein Exempel statuierten und „nein“ sagten. Ein Grund könnte sein, dass die Münchner eine Mitverantwortung am zähen Verhandlungsmarathon tragen. SPORT1-Informationen zufolge war man bereits im Frühjahr 2025 auf einem guten Weg zur Vertragsverlängerung, ehe die Führungsriege dann nochmal bremste – man hielt Upamecano damals noch nicht für gefestigt genug.
Kritik aus Berater-Kreisen
Unter Beratern gibt es daher auch eine andere Lesart: Die Bayern hätten es in der Vergangenheit verpasst, eine klare Linie zu fahren und die jeweilige Gegenseite in die Schranken zu weisen. Faire Agenten hätten schließlich auch das Interesse der Klubs im Blick – naturgemäß aber vor allem das ihrer Klienten. Diese Spannung zwischen Klub- und Spielerinteressen bildet den Kern des anhaltenden Konflikts.



