FC Bayern: Jugendschutzgesetz stoppt Interviews mit 16-jährigem Debütanten nach 23 Uhr
Bayern: Jugendschutz stoppt Interviews mit 16-jährigem Debütant

FC Bayern: Jugendschutzgesetz stoppt Interviews mit 16-jährigem Debütanten nach 23 Uhr

München – Beim FC Bayern München hat das Jugendarbeitsschutzgesetz für eine ungewöhnliche Szene nach einem Champions-League-Spiel gesorgt. Beim 4:1-Erfolg im Achtelfinal-Rückspiel gegen Bergamo (nach 6:1 im Hinspiel) feierten mit Filip Pavic (16) und Deniz Ofli (18) gleich zwei Top-Talente ihr Profi-Debüt für die Münchner. Doch nach dem Abpfiff durfte der erst 16-jährige Pavic keine Interviews mehr geben – aus einem rechtlich bedingten Grund.

Interview-Stopp um 23:28 Uhr wegen Jugendschutz

Als der deutsche U16-Nationalspieler Pavic um 23:28 Uhr die Heimkabine der Allianz Arena verließ und sich Richtung Mannschaftsbus begab, wurde er in der Journalisten-Zone von einem Vereinsmitarbeiter begleitet. Dieser wies alle Interview-Anfragen an den jungen Innenverteidiger entschieden zurück. Die Begründung war eindeutig: „Sie dürfen jetzt nicht mehr arbeiten!“ Auch bei Ofli, der kurz darauf den Bereich passierte, wurden Medienanfragen abgeblockt.

Der Hintergrund: Laut Jugendarbeitsschutzgesetz dürfen Jugendliche unter 18 Jahren in Deutschland normalerweise nicht nach 20 Uhr arbeiten. Für junge Sportler gilt jedoch eine spezielle Ausnahmeregelung (§ 7 JArbSchG), die seit 2021 Aktivitäten bei Sportveranstaltungen bis 23 Uhr erlaubt. Da auch Presseinterviews als Arbeitszeit gelten, war für Pavic um 23:28 Uhr definitiv Schluss.

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Sonderregelung ermöglichte späten Einsatz

Interessanterweise ermöglichte genau diese Sonderregelung dem 16-Jährigen überhaupt den Einsatz im Champions-League-Spiel. Hätte die Partie länger gedauert, wäre eine Sondergenehmigung notwendig gewesen. Pavic kam in der 72. Minute ins Spiel und zeigte eine fehlerfreie Leistung. Sein Teamkollege Deniz Ofli, der am 29. März bereits 19 Jahre alt wird, unterliegt dem Jugendarbeitsschutzgesetz nicht mehr – bei ihm diente die Begründung wohl eher dazu, den medial unerfahrenen Linksverteidiger zu schützen.

Historischer Vereinsrekord für Pavic

Mit seinem Debüt schrieb Filip Pavic Vereinsgeschichte: Mit 16 Jahren und 58 Tagen wurde er zum jüngsten Champions-League-Spieler in der Geschichte des FC Bayern. In der Bundesliga hält Paul Wanner (jetzt bei PSV Eindhoven) mit 16 Jahren und 15 Tagen noch den Altersrekord. Pavic, der 2019 mit neun Jahren vom SV Waldperlach zum FC Bayern wechselte, durchlief eine beeindruckende Karrierebeschleunigung: Nach nur 15 Einsätzen für die U17, drei Spielen für die U19 und keinem Einsatz für die U23 stand er bereits im Profikader.

Positive Resonanz aus der Vereinsführung

In der Bayern-Kabine gab es nach dem Spiel Sonderapplaus für die beiden Debütanten. Sportvorstand Max Eberl (52) zeigte sich begeistert von der Nachwuchsarbeit: „Wir haben jetzt gerade mit Vinnie zusammengerechnet: Ich glaube, wir haben jetzt acht Spieler unter 21, die bei uns im Laufe der Saison ihr Debüt gegeben haben. Pavic ist auch noch der jüngste Champions-League-Spieler beim FC Bayern.“ Der Deutsch-Kroate trainiert seit September 2025 regelmäßig mit den Profis und hat sich damit einen Platz im Star-Team von Trainer Vincent Kompany erkämpft.

Die ungewöhnliche Interview-Situation zeigt, wie selbst ein Fußball-Rekordverein wie der FC Bayern die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutz strikt einhalten muss – selbst wenn es um mediale Aufmerksamkeit für junge Talente geht.

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