Verwirrung am Spielfeldrand: Bayerns seltsame Einwechslungs-Prozedur
In der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt sorgte eine höchst ungewöhnliche Szene am Spielfeldrand für Aufsehen. Innenverteidiger Jonathan Tah (29) stand bereits eingewechselt bereit, musste dann aber unverrichteter Dinge wieder auf die Ersatzbank zurückkehren.
Die bizarre Abfolge der Ereignisse
Mitte der zweiten Halbzeit, als Frankfurt Druck aufbaute und Jonathan Burkardt am Pfosten scheiterte (61. Minute), bereitete sich Tah am Seitenrand vor. Der Verteidiger hatte bereits das Trikot angezogen und absolvierte Hocksprünge zur Vorbereitung. Parallel sollte auch Tom Bischof eingewechselt werden.
Doch dann kam es zur überraschenden Wendung: Harry Kane erzielte in der 68. Minute das 3:0 für die Bayern mit einem sehenswerten Schlenzer aus 20 Metern Entfernung. Daraufhin entschied Trainer Vincent Kompany (39) plötzlich um und stoppte die geplante Einwechslung Tahs. Stattdessen bereiteten sich Serge Gnabry und Leon Goretzka vor.
Weitere Verzögerungen und späte Einwechslungen
Auch für Bischof und Gnabry gestaltete sich der Einwechselvorgang kompliziert. Beide Spieler warteten am Ende knapp zehn Minuten an der Seitenlinie, bevor sie tatsächlich ins Spiel kamen. Grund für die Verzögerung war ein Elfmeter für Frankfurt, den Burkardt nach einer Unregelmäßigkeit im Strafraum zum 1:3 verwandelte.
Besonders kurios: Leon Goretzka wurde sogar auf der Video-Leinwand im Stadion als Einwechselspieler angekündigt, doch auch diesen Wechsel zog Kompany zurück. Tah und Goretzka kamen schließlich erst in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Einsatz – lange nach ihrer ursprünglich geplanten Einwechslung.
Hintergrund der taktischen Entscheidungen
Trainer Kompany hatte Tah überraschend nicht in der Startelf berücksichtigt, obwohl der Innenverteidiger am Vortag eine emotionale Rede über Rassismus gehalten hatte. Der wahrscheinliche Grund: Tah stand bei vier Gelben Karten und würde bei einer weiteren Verwarnung das Topspiel am kommenden Samstag gegen Borussia Dortmund verpassen.
Kanes beeindruckende Torstatistik
Während die Einwechslungs-Prozedur für Verwirrung sorgte, setzte Harry Kane seine beeindruckende Torserie fort. Der Engländer erzielte bereits in der 20. Minute sein erstes Tor des Spiels und steigerte seine Saisonbilanz mit dem 3:0-Treffer auf 28 Tore nach nur 23 Spieltagen. Statistisch betrachtet hätten in 70 Prozent aller Bundesliga-Spielzeiten (44 von 62) bereits 28 Saisontreffer zum Gewinn der Torjägerkanone gereicht.
Verletzungssorgen und Spielverlauf
Die Bayern eröffneten das Spiel früh durch Tore von Aleksandar Pavlovic (16.) und Kane (20.). Frankfurt kam durch Burkardt (73.) und Arnaud Kalimuendo (86.) noch zweimal heran, konnte den Sieg der Münchner aber nicht mehr verhindern. Für Eintracht-Trainer Albert Riera (43) war es die erste Niederlage in seiner Amtszeit.
Bitter für die Bayern: Alphonso Davies (25) musste verletzt ausgewechselt werden. Der Kanadier, der erst im Dezember nach einem Kreuzbandriss sein Comeback gegeben hatte, zog sich in einem Zweikampf mit Amaimouni-Echghouyab eine Knöchelverletzung zu (24. Minute). Davies spielte zunächst weiter, musste aber kurz nach der Pause für Ito ausgewechselt werden (50.). Bei der Auswechslung versteckte der geknickt wirkende Spieler sein Gesicht im Trikot. Eine genaue Diagnose steht noch aus.
Bayerns beeindruckende Formkurve
Der Sieg gegen Frankfurt setzt eine beeindruckende Serie der Bayern fort. Nach einer Mini-Krise Ende Januar mit einer Niederlage gegen Augsburg (1:2) und einem Remis gegen Aufsteiger Hamburg (2:2) folgten überzeugende Siege gegen Hoffenheim (5:1), Leipzig im Pokal (2:0), in Bremen (3:0) und nun gegen Frankfurt (3:2). Der Tabellenführer strebt unaufhaltsam Richtung seiner 35. Meisterschaft und stellt sich nächsten Samstag der Herausforderung in Dortmund.



