FC Bayern startet mit Kane in entscheidende Champions-League-Phase
Für den FC Bayern München beginnt in der Königsklasse nun die wirklich entscheidende Phase. Mit der Rückkehr von Torjäger Harry Kane, aber ohne verletzten Kapitän Manuel Neuer, tritt der deutsche Rekordmeister im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo an. Der Gegner aus der Lombardei hat sich bereits als deutsche Herausforderung erwiesen, nachdem er Borussia Dortmund mit 4:1 deutlich besiegt hatte.
Kane zurück, Neuer fehlt - Personalentscheidungen bei Bayern
Harry Kane konnte das erste K.o.-Duell des FC Bayern in der Champions League kaum erwarten. Der lächelnde Torjäger schritt beim Abschlusstraining als erster Feldspieler auf den Rasen und zeigte sich nach seinen Wadenproblemen bereit für die Kraftprobe. Seine Rückkehr verstärkt die Zuversicht von Trainer Vincent Kompany, auch wenn Kapitän Manuel Neuer mit seinem dritten Muskelfaserriss innerhalb von drei Monaten erneut ausfällt.
Als Vertreter des verletzten Torwart-Routiniers freut sich Jonas Urbig auf die „kommende heiße Phase“. Der 22-Jährige hatte bereits im Vorjahr im Achtelfinale gegen Leverkusen für Neuer eingesetzt und sich als sicherer Rückhalt erwiesen. „Ich finde, wir haben als Mannschaft im Vergleich zum letzten Jahr noch mal einen Riesenschritt nach vorn gemacht“, sagte Urbig.
Bergamo als deutsche Herausforderung
Am Dienstagabend strebt der FC Bayern einen erfolgreichen Start in die Alles-oder-Nichts-Spiele an - ausgerechnet an dem Ort, den Dortmunds Profis gerade erst nach einer 1:4-Niederlage ramponiert verließen. Sportvorstand Max Eberl nahm das BVB-Spiel als „Benchmark“: „Das wird ein sehr hitziges und sehr intensives Spiel werden. Das wird schon eine große Aufgabe.“
Atalanta Bergamo hat seit Anfang 2024 vier von fünf Begegnungen gegen deutsche Mannschaften gewonnen. Vor zwei Jahren präsentierte sich das Team aus der Lombardei gegen die damals fast unschlagbaren Leverkusener durch ein 3:0 bereits als Deutschland-Schreck. Abwehrchef Jonathan Tah erinnert sich nicht gerne daran: „Das ist ein guter Gegner. Sie spielen intensiven Fußball.“
Kompany setzt auf ausgeruhte Kräfte
Nicht nur Harry Kane ist nach seiner Prellung zurück. Auch die beim 4:1 gegen Gladbach geschonten Michael Olise, Jonathan Tah, Aleksandar Pavlovic und Serge Gnabry können ausgeruht zur Tat schreiten. Trainer Vincent Kompany verteidigte seine Personalentscheidungen: „Ich denke, ich habe immer logische Entscheidungen getroffen“, sagte er vor dem Kräftemessen mit dem Europa-League-Sieger von 2024.
Jamal Musiala, der nach schwerer Verletzung beim Tor-Comeback in der Bundesliga aufsteigende Form dokumentierte, frohlockte: „Jetzt kommt die Crunchtime. Egal, wer auf dem Platz ist, muss Vollgas und Energie geben.“ Das war bei Kane schon beim Abschlusstraining vor dem Start des Sonderfliegers nach Italien spürbar.
Offensivpower als bayrische Stärke
Die Bayern sollten Bergamo mit ihrer Offensivpower vor ganz andere Herausforderungen stellen, als es Borussia Dortmund in den Playoffs vermochte. In der Bundesliga haben Kane und Co. beste Voraussetzungen, den Uralt-Rekord von 101 Treffern in dieser Saison zu knacken. Auch in der Königsklasse zählt das Trio Kane, Olise und Luis Díaz zu den Besten.
Michael Olise ermahnte seine Kollegen: „Man kann ab sofort keine Partie mehr im Standby-Modus bestreiten“, äußerte er in einem Vereinsinterview. Luis Díaz ergänzte: „Im Vergleich zur Ligaphase wird es jetzt schwieriger. Denn jetzt sind die besten Mannschaften übriggeblieben.“
Bergamo mit eigener DNA
Nach dem als episch gefeierten BVB-Abend rechnet sich Atalanta Bergamo auch gegen Bayern etwas aus. Trainer Raffaele Palladino betonte: „Es ist unsere DNA, jedes Spiel mit Herz auf Hochtouren zu genießen.“ Der frühere deutsche U21-Nationalspieler Lazar Samardzic zählt zu den Führungsfiguren, während auch Nikola Krstovic und Italiens Nationalspieler Gianluca Scamacca als gefährliche Angreifer gelten.
Bayerns Weg zum Finale
Bayerns Königsweg ins Finale am 30. Mai in Budapest lautet: Erst Bergamo, dann im Viertelfinale der Sieger aus dem Gipfeltreffen Real Madrid gegen Manchester City. Im Falle eines Halbfinaleinzugs warten möglicherweise der FC Liverpool oder Titelverteidiger Paris Saint-Germain.
Sportdirektor Christoph Freund zeigte sich zuversichtlich: „Wenn wir unsere Energie und Performance auf den Platz bringen, haben wir eine gute Chance auf die nächste Runde.“ In der Meisterschaft können sich die Bayern angesichts von elf Punkten Vorsprung den Titel nur noch selbst vermasseln, im DFB-Pokal fehlt noch ein Sieg in Leverkusen zur ersehnten Finalreise nach Berlin.
Für Torhüter Jonas Urbig bietet die Verletzung von Manuel Neuer die Chance, sich für den nahenden Generationenwechsel im Bayern-Tor zu empfehlen. In beiden Partien gegen Bergamo kann der 22-Jährige weitere Eigenwerbung betreiben und beweisen, dass er aus der Erfahrung mit Neuer gelernt hat.



