Bayern München nach umstrittenem Remis in Leverkusen verärgert über Schiedsrichterentscheidungen
Die Fußball-Bundesliga erlebte am Freitagabend ein hochdramatisches Topspiel zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München, das nach einem 1:1-Unentschieden vor allem durch kontroverse Schiedsrichterentscheidungen geprägt war. Die Champions-League-Teilnehmer lieferten sich ein rasantes Duell, in dem Unparteiischer Christian Dingert und der Video-Assistent eine zentrale Rolle spielten.
Gelb-Rote Karte für Diaz sorgt für Empörung
Besonders die umstrittene Gelb-Rote Karte für Bayern-Stürmer Luis Diaz in der 84. Spielminute löste beim Rekordmeister aus München großes Unverständnis aus. „Das kann ich nicht verstehen. Ich habe immer Respekt für die Unparteiischen, aber das war eine Fehlentscheidung, die für viel Frust gesorgt hat“, kritisierte Bayern-Trainer Vincent Kompany die Szene, in der Diaz im Strafraum von Leverkusens Torwart Janis Blaswich leicht am Bein getroffen worden war.
Der kolumbianische Angreifer ging zwar zu Boden, stand aber sofort wieder auf und forderte auch keinen Elfmeter. Dennoch zückte Schiedsrichter Dingert die zweite Gelbe Karte für den Stürmer. „Das ist im Leben keine Schwalbe“, schimpfte Bayern-Profi Joshua Kimmich nach dem Spiel.
Schiedsrichter räumt Fehler ein
Selbst Christian Dingert gab nach dem Abpfiff zu, dass die Entscheidung möglicherweise zu hart ausgefallen war. „Wenn ich jetzt die Bilder sehe, würde ich das so nicht mehr geben“, sagte der erfahrene Schiedsrichter, der im rasanten Topspiel gleich zwei Bayern-Treffer von Jonathan Tah und Harry Kane wegen jeweils vorangegangenen Handspiels aberkannt hatte.
Bayerns Sportvorstand Max Eberl äußerte sich ebenfalls kritisch zu den Entscheidungen: „Es hat sich so angefühlt, dass alles, was fifty-fifty war, gegen uns entschieden wurde.“ Vor allem beim aberkannten Kane-Treffer fühlten sich die Bayern benachteiligt. Jonathan Tah kommentierte: „Für mich ist es kein Handspiel. Er dreht sich weg. Ich finde nicht, dass der Arm extrem weit weg vom Körper ist.“
Bayern erkämpfen Punkt in doppelter Unterzahl
Trotz doppelter Unterzahl – Nicolas Jackson hatte bereits in der 42. Minute wegen eines groben Foulspiels glatt Rot gesehen – und der nicht gegebenen Tore erkämpfte sich der Tabellenführer am Ende einen verdienten Punkt. „Wir haben 1:1 gewonnen“, befand Max Eberl nach der Partie.
Vincent Kompany zeigte sich stolz auf die Leistung seiner Mannschaft: „Ich bin unglaublich stolz auf den Charakter und die mentale Leistung der Mannschaft.“ Vier Tage nach der 6:1-Gala im Champions-League-Achtelfinale bei Atalanta Bergamo überzeugte der Bundesliga-Primus vor allem kämpferisch.
Ulreich mit starkem Comeback
Dass es für die Münchner nicht die zweite Saison-Niederlage gab, lag auch am starken Bayern-Torwart Sven Ulreich, der aufgrund der Verletzungen von Stammtorhüter Manuel Neuer und dessen Vertreter Jonas Urbig zu seinem Comeback nach eineinhalb Jahren kam. Der 37-Jährige verhinderte nach dem frühen Rückstand durch Aleix Garcia (6. Minute) mit mehreren Glanzparaden weitere Gegentreffer.
„Es war für mich ein besonderes Spiel. Dass wir am Ende einen Punkt mitnehmen, ist eine schöne Geschichte“, sagte Ulreich nach seinem erfolgreichen Comeback. Max Eberl lobte den Torhüter: „Er hat seine Sache sehr gut gemacht.“
Jackson schwächt die Bayern
Ganz anders Nicolas Jackson, der kurz vor der Pause nach einem rüden Foul an Martin Terrier die Rote Karte sah. Auch in dieser Szene hatte sich der Video-Assistent aus dem Kölner Keller gemeldet. „Darüber muss man nicht diskutieren. Er kommt zu spät und trifft den Knöchel“, sagte Eberl zu der klaren Entscheidung.
In Überzahl vergab Bayer Leverkusen etliche Chancen. Malik Tillmann und Patrik Schick brachten den Ball allein vor Ulreich nicht im Tor unter. Als Jonas Hofmann in der Nachspielzeit dann doch noch traf, meldete sich erneut der Video-Assistent: Abseits. Nicht nur Aleix Garcia haderte daher mit dem Ausgang der Partie: „Wir hätten drei Punkte verdient gehabt.“
Auf dem Weg zum 35. Meistertitel verfügen die Bayern nach dem Remis bei neun Punkten Vorsprung vor Verfolger Borussia Dortmund weiter über ein komfortables Polster in der Bundesliga-Tabelle.



