Verletzungsdrama beim FC Bayern: Serge Gnabry droht WM-Aus nach schwerem Adduktorenriss
Ein schwerer Verletzungsschock erschüttert den FC Bayern München und die deutsche Nationalmannschaft. Ausgerechnet vor den entscheidenden Spielen der Saison hat sich Stürmer Serge Gnabry einen schweren Adduktorenriss am rechten Oberschenkel zugezogen. Die Diagnose der Vereinsärzte nach einem Training am Tag vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart bedeutet das vorzeitige Saisonende für den 30-jährigen Nationalspieler.
Lange Ausfallzeit und WM-Gefahr
Laut Mitteilung des Rekordmeisters geht man von einer längeren Pause aus. Informationen der AZ zufolge müssen je nach Heilungsverlauf und Reha-Zeit zwei bis drei Monate veranschlagt werden, im schlimmsten Fall sogar bis zu vier Monate. Dies stellt nicht nur die Saisonplanung des FC Bayern auf den Kopf, sondern gefährdet auch Gnabrys Teilnahme an der WM 2026 in Nordamerika.
Bundestrainer Julian Nagelsmann muss seinen Kader für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada bereits am 12. Mai nominieren. Ob er den Offensiv-Allrounder mitnehmen kann, selbst wenn dieser erst im Turnierverlauf fit wird, erscheint mehr als fraglich. "Es tut mir sehr leid für Serge. Das ist gerade im Saisonendspurt, in dem so große und wichtige Spiele anstehen, eine ganz bittere Nachricht", erklärte Nagelsmann nach einem Telefonat mit dem verletzten Spieler.
Schmerzhafte Déjà-vu-Erfahrung für Gnabry
Für Gnabry bedeutet die Verletzung eine besonders bittere Wiederholung. Bereits im Mai 2024 hatte er sich einen Muskelbündelriss zugezogen und dadurch die Heim-EM verpasst. Auch die WM 2018 in Russland entging ihm wegen einer ähnlichen Verletzung. Seine WM-Bilanz beschränkt sich bisher auf das Turnier 2022 in Katar, wo er in drei Spielen ein Tor und eine Vorlage beisteuerte.
Die aktuelle Verletzung trifft den sechsmaligen deutschen Meister und Triple-Gewinner von 2020 in einer Phase, in der der FC Bayern die Meisterschaft einfährt, das DFB-Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen bestreitet und das Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain vor der Tür steht. Ein mögliches Triple rückt in greifbare Nähe – doch Gnabry muss von außen zuschauen.
Personelle Konsequenzen für Bayern und Nationalteam
Der Ausfall des flexiblen Angreifers, der auf sämtlichen vier Offensiv-Positionen einsetzbar ist und zuletzt bevorzugt als Zehner agierte, zwingt Trainer Vincent Kompany und Bundestrainer Nagelsmann zu Umstellungen. Besonders Jamal Musiala wird ab sofort mehr Spielzeit erhalten müssen, obwohl der 23-Jährige selbst erst kürzlich von Verklebungen im operierten Knöchel genesen ist.
Eine kleine positive Nachricht gibt es jedoch: Rechtsaußen Lennart Karl, der ebenfalls als Zehner agieren kann, hat nach seinem Muskelfaserriss erstmals wieder das Lauftraining aufgenommen. Dennoch bleibt die Verletzung von Serge Gnabry ein schwerer Schlag für alle Beteiligten – für den Spieler selbst, für den FC Bayern in der heißen Phase der Saison und für die deutsche Nationalmannschaft kurz vor der WM.



