FC Bayern München: Torwart-Krise nach Verletzungen von Neuer und Urbig
Beim FC Bayern München geht erneut das Verletzungsgespenst um. Während sich bereits Jamal Musiala einen Rückschlag zugezogen hat und Alphonso Davies mit einer Oberschenkelzerrung ausfällt, wird es zwischen den Pfosten besonders eng. Die eigentliche Nummer 1, Manuel Neuer, laboriert zum wiederholten Male an einem Faserriss. Nun fällt auch Ersatztorwart Jonas Urbig wegen einer Gehirnerschütterung aus.
Ulreich rückt unverhofft in den Fokus
Durch diese doppelte Verletzungsmisere gerät unverhofft der erfahrene Sven Ulreich wieder in den Mittelpunkt. Der Routinier wird Urbig im anstehenden Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen am Samstag vertreten. Doch die Frage, die alle Bayern-Fans beschäftigt, lautet: Wie geht es danach weiter?
Fakt ist: Die Wahrscheinlichkeit, dass Ulreich auch das wichtige Champions-League-Rückspiel gegen Atalanta Bergamo am kommenden Mittwoch absolvieren muss, ist nicht gering. Grund dafür ist die Komplexität von Gehirnerschütterungen, wie sie Urbig erlitten hat. Experten raten in solchen Fällen zu absoluter körperlicher und geistiger Ruhe in den ersten 48 Stunden, sogar von der Nutzung von Handys oder Fernsehen wird abgeraten.
Vorsicht bei Urbigs möglichem Comeback
Üblicherweise beträgt die Ausfallzeit bei Gehirnerschütterungen eine oder zwei Wochen – je nach individuellem Verlauf. Sollte Urbig also tatsächlich bereits in der kommenden Woche eine Rückkehr wagen, wäre dies ein Blitz-Comeback mit Risiken. Gut möglich, dass die Bayern bewusst darauf verzichten, zumal die Ausgangslage nach dem furiosen 6:1-Sieg vom Dienstagabend mehr als komfortabel ist.
Vorsicht ist auch deswegen geboten, weil man an der Säbener Straße eine länger dauernde Verletzungsmisere fürchtet, die den sportlichen Erfolg nachhaltig gefährden könnte. Bereits am Montag hatte Sportvorstand Max Eberl das Viertelfinal-Aus gegen Inter Mailand vor fast einem Jahr vor allem an der damaligen Verletztensituation festgemacht.
Torwart-Plan hat sich geändert
Interessant ist, dass sich der Torwart-Plan der Bayern in den vergangenen Monaten grundlegend geändert hat. Während man in der Vergangenheit hinter Neuer vor allem auf Ulreich als Nummer 2 und junge Keeper wie Christian Früchtl und Daniel Peretz dahinter setzte, wurde die Reihenfolge mittlerweile angepasst.
Hinter der Nummer 1 steht mit Urbig bereits auf der Ersatzposition ein Jungspund mit Perspektive. Die zahlreichen Einsätze haben dem 22-Jährigen merklich gutgetan, Fehler unterlaufen ihm kaum. Dass in München nicht das große Zittern ausbricht, wenn er im Tor steht, darf der Youngster als großes Kompliment verstehen.
Ulreich nur noch Nummer drei
Erst jetzt, da Urbig ausfällt, rückt Ulreich nach. Das bayerische Torwart-Schema hat sich also rechtzeitig gedreht – ein Punkt, der in den kommenden Tagen helfen könnte. Schließlich ist nicht davon auszugehen, dass ein erfahrener Mann wie Ulreich angesichts eines Champions-League-Spiels nervös wird.
Richtig brenzlig dürfte es für die Bayern erst dann werden, wenn sich auch Ulreich verletzen sollte. Nächster Kandidat für den Posten zwischen den Pfosten wäre dann Leonard Prescott. Der durfte in Bergamo erstmals auf der Bank Platz nehmen und gilt als riesiges Talent – allerdings ist er erst 16 Jahre alt.
Die kommenden Tage werden zeigen, wie die Bayern mit dieser unerwarteten Torwart-Krise umgehen. Die Erfahrung von Ulreich könnte sich als wertvoller Puffer erweisen, bis entweder Neuer oder Urbig wieder zur Verfügung stehen.



