Warum Franz Beckenbauer nie UEFA-Präsident wurde: Manager enthüllt Details
Im exklusiven SPORT1-Podcast Deep Dive gewährt Manager Marcus Höfl intime Einblicke in seine langjährige Zusammenarbeit mit der deutschen Fußball-Ikone Franz Beckenbauer. Der Geschäftsmann, der den „Kaiser“ über viele Jahre vertrat, erklärt erstmals öffentlich, warum der Weltmeister von 1974 und 1990 nie das Amt des UEFA-Präsidenten übernahm – obwohl ihm diese Position durchaus offengestanden hätte.
Eine besondere Business-Partnerschaft
Marcus Höfl erinnert sich mit großer Dankbarkeit an den 1. Oktober 2003 zurück, den Tag, an dem er das Management von Franz Beckenbauer übernahm. „Das war der wichtigste Meilenstein in meiner Karriere“, betont Höfl. Aus der klassischen Sportler-Manager-Beziehung entwickelte sich schnell eine tiefe Business-Partnerschaft, die auf gegenseitigem Vertrauen basierte. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit verhalf Höfl zu einem bedeutenden Vertrauensvorschuss in der Branche.
Der digitale Kaiser: Keine E-Mail-Adresse, aber kluge Lösungen
Beckenbauer zeigte sich in vielen Bereichen als eigenwillige Persönlichkeit. „Er hatte nie eine Mail-Adresse, solange er gelebt hat“, verrät Höfl im Podcast. Der Fußball-Legende lag nichts an Digitalisierung oder Technik. Statt sich damit zu beschäftigen, setzte er auf seine Stärke: „Er war immer smart genug, sich dann jemanden zu suchen, der das für ihn macht.“ Diese Fähigkeit, die richtigen Menschen für bestimmte Aufgaben auszuwählen, charakterisierte Beckenbauer sowohl auf als auch neben dem Platz.
Die verpasste Chance: UEFA-Präsidentschaft 2011
2011 verließ Franz Beckenbauer sowohl die FIFA als auch die UEFA. Zu diesem Zeitpunkt bestand laut Höfl eine reale Möglichkeit für den „Kaiser“, UEFA-Präsident zu werden. „Wir hatten damals die Möglichkeit, hinter den Kulissen, dass Franz Beckenbauer UEFA-Präsident wird“, erinnert sich der Manager. Eine starke Front unterstützte diese Kandidatur, denn Beckenbauer galt als außergewöhnliches sportpolitisches Talent.
Höfl begründet diese Einschätzung mit Beckenbauers einzigartiger Art:
- Gleichbehandlung aller Länder, unabhängig von ihrer Größe
- Fähigkeit, verschiedene Interessen zu vereinen
- Diplomatisches Geschick im Umgang mit internationalen Verbänden
„Für mich war Franz das größte sportpolitische Talent, das ich je gesehen habe“, schwärmt Höfl. Diese Qualitäten hätten den Erfolg der WM 2006 in Deutschland maßgeblich mitbestimmt.
Familie vor Karriere: Beckenbauers bewusste Entscheidung
Trotz der verlockenden Perspektive und Höfls Überzeugungsversuche lehnte Beckenbauer die UEFA-Präsidentschaft ab. Nach Jahren voller Reisen, Terminen und beruflicher Verpflichtungen wollte der Fußball-Ikone zum Ende seiner Laufbahn mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Diese persönliche Prioritätensetzung überwog alle karrierepolitischen Ambitionen.
Höfl resümiert mit einem Mix aus Respekt und Bedauern: „Es hätte mich gefreut, wenn er das gemacht hätte. Nicht nur ökonomisch – das auch, aber es ging danach ökonomisch gut bei uns weiter. Aber er wollte nicht.“ Die Entscheidung des „Kaisers“ unterstreicht einmal mehr, dass Franz Beckenbauer stets seinen eigenen Weg ging – sowohl im Fußball als auch im Leben.



