Ralf Becker vor Zweitliga-Duell: Ex-Dresdner Sportchef analysiert Dynamo und Hannover 96
Becker vor Zweitliga-Duell: Ex-Dresdner analysiert Dynamo und Hannover

Vor dem Zweitliga-Knaller: Ralf Beckers ehrliche Einschätzung zu Dynamo Dresden und Hannover 96

Am Sonntag (13.30 Uhr) treffen in der Heinz von Heiden-Arena zwei Traditionsvereine der 2. Fußball-Bundesliga aufeinander: Hannover 96 empfängt Dynamo Dresden. Das Spiel markiert auch ein Wiedersehen mit Ralf Becker, der von 2020 bis 2024 als Sportgeschäftsführer bei den Sachsen arbeitete und seit Sommer 2025 als Sportdirektor bei den Niedersachsen tätig ist.

Becker über die Ausgangslage und Erwartungen

Frage: Hannover will aufsteigen, Dresden will nicht absteigen. Beide Teams benötigen jeden Punkt. Was erwarten Sie vom Spiel?

Ralf Becker: Die 2. Liga zeigt eindrucksvoll, dass jedes Spiel erst gespielt werden muss und nichts allein aufgrund der Tabellensituation vorhersehbar ist. Unser klares Ziel ist jedoch der Heimsieg am Sonntag. Darüber reden wir nicht lange herum – wir haben das nötige Selbstvertrauen und die Überzeugung, dieses Spiel zu gewinnen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Einschätzung zu Dynamo Dresden und dem Klassenerhalt

Frage: Wie bewerten Sie die aktuelle Situation bei Dynamo Dresden?

Ralf Becker: In der Winterpause hat der neue Sportgeschäftsführer Sören Gonther gleich mehrere wichtige Veränderungen vorgenommen. Aus meiner Sicht wurden dabei viele gute Entscheidungen getroffen, auch seitens des Vereins. Die Investitionen in den Kader basierend auf den Erkenntnissen der Hinrunde waren absolut richtig. Man erkennt deutlich, dass die Mannschaft, insbesondere in der Breite, über eine ganz andere Qualität verfügt.

Frage: Trauen Sie Ihrem Ex-Klub also den Klassenerhalt noch zu?

Ralf Becker: Ich habe das Spiel von Dresden auf Schalke live in der Arena verfolgt. Wenn sie diesen Weg konsequent weitergehen und in schwierigen Momenten die nötige Ruhe bewahren, bin ich absolut überzeugt, dass sie auch in der nächsten Saison in der 2. Liga spielen werden.

Kontakt zu Nachfolger Sören Gonther

Frage: Hatten Sie bereits Kontakt mit Ihrem Dresdner Nach-Nachfolger Sören Gonther?

Ralf Becker: In den letzten Monaten sind Sören Gonther und ich uns häufiger über den Weg gelaufen – bereits zu der Zeit, als er noch für Sky unterwegs war. Im Januar-Trainingslager in der Türkei haben wir uns gefühlt täglich auf verschiedenen Sportplätzen gesehen und zuletzt beim Spiel Braunschweig gegen Magdeburg auf der Tribüne. Dabei haben wir uns über verschiedenste Themen ausgetauscht, natürlich auch kurz über Dynamo.

Frage: Hat er Sie bezüglich seiner neuen Position auch um Rat gebeten?

Ralf Becker: Nein. Dafür ist er selbstbewusst genug, und das muss er auch sein. Sören kennt den Verein und die Menschen dort aus seiner Zeit als Spieler. Dass man bei Traditionsklubs bestimmte Dinge besonders beachten muss, ist klar – aber das weiß er.

Zur Situation von Leihspieler Jonas Sterner

Frage: Jonas Sterner ist seit Januar bis Saisonende von Hannover an Dynamo Dresden ausgeliehen. Wie sehen Sie seine aktuelle Situation?

Ralf Becker: Wenn man Spieler verpflichtet, die zuletzt etwas aus dem Spielrhythmus waren, kann es durchaus eine Woche länger dauern, bis das Selbstverständnis und das absolute Gefühl für das Spiel wieder vollständig da sind. Der eine oder andere Wackler ist in so einer Phase normal, besonders bei einem jungen Spieler. Man kann aber bereits erkennen, dass er der Mannschaft in bestimmten Situationen richtig gut tut. Sobald er sich über die Spiele das nötige Selbstvertrauen zurückgeholt hat, wird er ein ganz wichtiger Faktor für Dynamo sein.

Unterschiede zwischen den Positionen in Dresden und Hannover

Frage: Sie waren in Dresden Geschäftsführer Sport, in Hannover sind Sie Sportdirektor. Ist das nur eine andere Bezeichnung oder unterscheiden sich die Jobs tatsächlich?

Ralf Becker: Als Geschäftsführer ist man mehr oder weniger für alles mitverantwortlich, unterschriftsberechtigt und haftbar. Hier in Hannover kann ich mich voll auf die Themen konzentrieren, die den Sport und den Nachwuchs betreffen. Ich stehe in der Hierarchie nicht an der Spitze, wodurch sich mein Themenbereich auf meinen Kernbereich konzentriert.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Wechsel in der Vereinsführung bei Hannover 96

Frage: Begonnen haben Sie bei Hannover 96 unter Marcus Mann. Der ist seit Weihnachten nicht mehr dabei, für ihn kam Jörg Schmadtke. Hat sich für Sie dadurch etwas verändert?

Ralf Becker: Im Fußball ändern sich Dinge häufig relativ schnell. Es geht darum, jede neue Situation anzunehmen. Ich habe mit Marcus Mann sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet. Es gab viele Themen zu bewältigen, der Kaderumbruch war umfangreich. Und auch mit Jörg Schmadtke arbeite ich jetzt weiter am maximalen Erfolg. Wir sind ambitioniert und tun alles dafür, möglichst viele Spiele zu gewinnen.