St. Pauli-Trainer Blessin äußert deutliche Kritik an Jung-Papa Hountondji
Der FC St. Pauli setzt große Hoffnungen in seinen Leihstürmer Andréas Hountondji, doch sein jüngster Auftritt bei Union Berlin ließ deutlich zu wünschen übrig. Trainer Alexander Blessin wurde nach dem 1:1-Unentschieden ungewöhnlich deutlich in seiner Bewertung der Leistung des 23-jährigen Franzosen.
Enttäuschende Statistik nach Einwechslung
In der 59. Spielminute ersetzte Hountondji den glücklosen Martijn Kaars, doch seine Bilanz nach einer halben Stunde auf dem Platz war ernüchternd. Der Angreifer verzeichnete lediglich einen Torschuss, der von Danilho Doekhi geblockt wurde, sowie neun Sprints. Besonders negativ fielen sechs verlorene Zweikämpfe und fünf verlorene Luft-Duelle auf, bei einem erwarteten Torgewicht (xG-Wert) von nur 0,03.
„In Richtung Andréas muss ich sagen, da hätte ich mir ein bisschen mehr Vehemenz in den Zweikämpfen gewünscht“, erklärte Blessin nach dem Spiel in einer klaren Ansage an seinen Spieler. Diese Worte zeigen, dass der Trainer mehr Engagement und Durchsetzungsvermögen von seinem Offensivspieler erwartet.
Private Freude, sportliche Herausforderung
Besonders bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenhang mit Hountondjis privatem Glück. Erst unter der Woche war der Stürmer zum ersten Mal Vater geworden, was Blessin vor dem Spiel verriet: „Für ihn schön, er hat ein Baby bekommen mit seiner Frau, hat deshalb zwei Trainingseinheiten gefehlt.“
Doch die Freude über die Geburt schien sich nicht in sportlicher Energie umzusetzen. Hountondjis schnellster Sprint erreichte lediglich 32,6 km/h und blieb damit deutlich unter seinem bisherigen Saisonbestwert von 35,4 km/h. Ob die anstrengenden Tage rund um die Geburt dafür verantwortlich waren, bleibt Spekulation.
Wichtige Minuten vor Bayern-Spiel
Trotz der enttäuschenden Leistung waren die Spielminuten für Hountondji von großer Bedeutung. Nach einer Verletzungspause aufgrund eines Haarrisses im linken Sprunggelenk braucht der Angreifer dringend Spielpraxis, besonders vor dem anstehenden Heimspiel gegen Bayern München am Samstag.
Das Hinspiel gegen die Münchner bleibt Hountondji in bittersüßer Erinnerung: Damals erzielte er früh die Führung für St. Pauli, musste jedoch kurz darauf verletzt ausgewechselt werden. Die Wiederholung dieses Tores wäre natürlich sein großer Wunsch.
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Hountondji gegen Union Berlin kaum passende Bälle in die Tiefe erhielt. Die mangelnde Zuspielqualität seiner Mitspieler erschwerte zusätzlich seine Aufgabe als Joker.



