Nach WM-Debakel: Buffon und Verbandspräsident Gravina treten zurück
Buffon und Gravina treten nach WM-Aus zurück

Italienischer Fußballverband nach WM-Debakel im Umbruch

Das dritte Scheitern in Folge bei der Qualifikation für eine Fußball-Weltmeisterschaft hat im italienischen Fußballverband FIGC tiefgreifende personelle Veränderungen ausgelöst. Sowohl der Sportdirektor und ehemalige Weltklasse-Torwart Gianluigi Buffon als auch der Verbandspräsident Gabriele Gravina sind von ihren Positionen zurückgetreten. Diese Entscheidungen folgen auf die verheerende 1:4-Niederlage im Elfmeterschießen im Playoff-Duell gegen Bosnien-Herzegowina, die Italiens WM-Traum für die Turniere 2026 in den USA, Kanada und Mexiko endgültig begrub.

Buffons emotionaler Rücktritt nach Gravinas Entscheidung

In einem bewegenden Instagram-Post begründete der 48-jährige Buffon seinen Schritt. Er erklärte, dass er unmittelbar nach dem schmerzhaften Ausscheiden spontane Rücktrittsgedanken geäußert habe, jedoch zunächst gebeten worden sei, diese zu überdenken. „Nun, da Präsident Gravina zurückgetreten ist, fühle ich mich frei, das zu tun, was ich für verantwortungsvoll halte“, schrieb der Weltmeister von 2006. Trotz aller Überzeugung und Bemühungen sei es ihm im Team nicht gelungen, Italien wieder zu einer WM zu führen. „Die Nationalmannschaft zu vertreten, ist für mich eine Ehre und eine Leidenschaft, die mich seit meiner Kindheit begleitet“, fügte Buffon hinzu und betonte seine Dankbarkeit für die intensiven Erfahrungen, auch wenn das Nachspiel schmerzhaft gewesen sei.

Politische Intervention und Gravinas Rückzug

Der 72-jährige Verbandspräsident Gabriele Gravina stand bereits vor seinem Rücktritt massiv unter Druck. Sogar aus der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde er zum Rücktritt gedrängt, was die politische Dimension der Krise unterstreicht. Gravina, der den Verband durch eine schwierige Phase führte, sah sich nach dem dritten WM-Qualifikations-Aus in Folge für Italien – nach den verpassten Turnieren 2018 in Russland und 2022 in Katar – mit unüberwindbarer Kritik konfrontiert. Die Nachfolge an der Spitze des Verbandes soll nun laut einer offiziellen Mitteilung am 22. Juni geregelt werden, also während der laufenden WM 2026.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ungewisse Zukunft von Nationaltrainer Gattuso

Während die Rücktritte von Buffon und Gravina bereits feststehen, bleibt die Zukunft von Nationaltrainer Gennaro Gattuso ungewiss. Der 48-jährige Trainer, der als Spieler bei Italiens Titelgewinn bei der WM 2006 in Deutschland dabei war, ist ebenfalls sehr umstritten. Einige Medienberichte deuten darauf hin, dass sein Abschied sehr wahrscheinlich ist, doch eine offizielle Entscheidung steht noch aus. Gattuso steht vor der Herausforderung, ein Team zu führen, das seit dem WM-Sieg 2006 im Finale gegen Frankreich kein K.o.-Spiel einer Weltmeisterschaft mehr gewonnen hat – bei den Turnieren 2010 und 2014 schieden die Italiener bereits in der Vorrunde aus.

Historische Tiefphase des italienischen Fußballs

Die aktuellen Entwicklungen markieren eine historische Tiefphase für den viermaligen Weltmeister Italien. Das Land, das einst zu den dominierenden Fußballnationen zählte, hat sich nun zum dritten Mal in Folge nicht für eine WM qualifizieren können. Diese Serie des Scheiterns hat nicht nur sportliche, sondern auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen, da die Nationalmannschaft traditionell ein wichtiger Identifikationsfaktor ist. Die Rücktritte von Schlüsselfiguren wie Buffon und Gravina könnten den Weg für einen umfassenden Neuanfang ebnen, der dringend benötigt wird, um Italiens Fußball wieder auf die internationale Spitzenebene zu führen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration