Diskriminierungsvorwurf: BVB-Fans droht Stadionausschluss in Bergamo
Borussia Dortmund muss im entscheidenden Playoff-Rückspiel der Champions League in Bergamo möglicherweise auf Teile seiner treuen Anhängerschaft verzichten. Die Fan- und Förderabteilung des Bundesligisten reagiert mit deutlicher Empörung auf ungewöhnliche Restriktionen der italienischen Behörden.
Kuriose Ticket-Regelung sorgt für Wirbel
Trotz gültiger Eintrittskarten könnte zahlreichen BVB-Fans der Zutritt zum Stadion in Bergamo verwehrt bleiben. Die lokalen Behörden haben eine außergewöhnliche Maßnahme implementiert: Nur in Deutschland geborene oder dort wohnhafte Borussia-Anhänger dürfen Tickets erwerben und das Spiel besuchen. Diese Regelung trifft insbesondere internationale Fans, die den Verein unterstützen.
BVB-Fanabteilung spricht von "nicht hinnehmbarer Diskriminierung"
„Die BVB Fan- und Förderabteilung missbilligt die von den Behörden und dem Verein in Bergamo verfügte Einschränkung der Ticket-Vergabe ausdrücklich“, heißt es in einem offiziellen Statement. Tobias Westerfellhaus, Abteilungsleiter der Fan- und Förderabteilung, verdeutlicht die Position: „Wer unsere Fans aufgrund ihres Geburtsortes oder Wohnsitzes vom Stadionbesuch ausschließt, greift fundamentale Werte direkt an. Eine solche Praxis ist nicht nur ausgrenzend und diskriminierend, sondern widerspricht dem Geist des Sports.“
Hintergrund: Fanfreundschaft mit Catania Calcio
Der Grund für die umstrittene Regelung liegt in der besonderen Beziehung der Dortmunder Ultraszene. Borussia Dortmund pflegt seit Jahren eine Fanfreundschaft mit dem sizilianischen Verein Catania Calcio. Die Bergamasker Behörden befürchten offenbar, dass sich Anhänger aus Catania unter die BVB-Fans mischen und gemeinsam ins Stadion gelangen könnten.
Problematisches Timing verschärft die Situation
Besonders kritisch bewertet die Fanabteilung den Zeitpunkt der Bekanntgabe. Die Einschränkungen wurden erst nach Abschluss des Personalisierungsprozesses für Auswärtstickets kommuniziert. Der Vorverkauf war bereits Anfang Februar beendet. Damit könnten zahlreiche Fans, die bereits Tickets erworben haben, nun vor verschlossenen Toren stehen.
Die Konsequenzen sind gravierend: Von den ursprünglich 1.300 möglichen Auswärtsfahrern könnte ein erheblicher Teil das Spiel nicht besuchen dürfen. Die Fan- und Förderabteilung betont, man stehe im intensiven Austausch mit den BVB-Verantwortlichen, um „mit Hochdruck“ an einer Lösung zu arbeiten. Die UEFA wurde ebenfalls eingeschaltet, da die Maßnahme gegen deren Grundprinzipien verstößt, die eine Benachteiligung von Fußballfans aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit oder Herkunft ausdrücklich untersagen.
Ob Borussia Dortmund am kommenden Mittwoch auf die volle Unterstützung seiner Fans zählen kann, bleibt somit völlig ungewiss. Die Diskussion um faire Behandlung von Fußballfans im europäischen Wettbewerb hat durch diesen Vorfall neue Brisanz erhalten.



