Dortmunds späte Tore besiegeln umstrittenen Sieg in Stuttgart
In einem enttäuschenden Fußballspiel hat Borussia Dortmund beim VfB Stuttgart durch zwei Tore in der Nachspielzeit einen umstrittenen 2:0-Sieg errungen. Die Dortmunder präsentierten sich über weite Strecken des Spiels uninspiriert und zahnlos, konnten aber in den entscheidenden Schlussminuten dennoch die drei Punkte mit nach Hause nehmen.
Emotionale Reaktion der Stuttgarter Fans
Die Art des Dortmunder Sieges sorgte bei den Anhängern des VfB Stuttgart für massive Verärgerung. Nachdem Karim Adeyemi in der 94. Minute die Führung erzielt hatte und Julian Brandt nur zwei Minuten später nachlegte, eskalierte die Stimmung im Stuttgarter Fanblock. Aus Protest gegen das als unverdient empfundene Ergebnis wurde ein Klappstuhl auf den Rasen des Stadions geschleudert.
Die Dortmunder Torschützen: Karim Adeyemi nutzte einen verunglückten Kopfballabwehrversuch der Stuttgarter Verteidigung zur Führung. Nur kurze Zeit später vollendete Julian Brandt mit einem Volleyschuss den überraschenden Doppelschlag in der Nachspielzeit.
Statistisch dominanter, aber erfolgloser VfB
Der VfB Stuttgart, der unter Trainer Sebastian Hoeneß in den vergangenen Jahren zur ernsthaften Konkurrenz für die Spitzenmannschaften der Bundesliga avanciert ist, zeigte sich in Ballbesitz und Spielinitiative überlegen. Dennoch gelang es den Schwaben nicht, die schwache Dortmunder Defensive nachhaltig unter Druck zu setzen.
Besonders enttäuschend verlief der Abend für Stuttgarts Stürmer Deniz Undav, der nach seinem vielbeachteten Länderspieleinsatz gegen Ghana mit großen Erwartungen in die Partie gegangen war. Die Dortmunder Abwehr um Nico Schlotterbeck neutralisierte den 18-Tore-Stürmer über die gesamte Spielzeit hinweg effektiv.
Historische Serie beendet
Mit diesem Sieg beendete Borussia Dortmund eine persönliche Negativserie gegen den VfB Stuttgart. Unter Trainer Sebastian Hoeneß war der VfB in den sechs vorangegangenen Pflichtspielen gegen den BVB ungeschlagen geblieben. Diese Statistik wurde nun durch den späten Doppelschlag der Dortmunder durchbrochen.
Personelle Besonderheiten
Eine interessante Personalie bot Mittelfeldspieler Carney Chukwuemeka, der erstmals in der Rückrunde in der Startelf von Borussia Dortmund stand. Der gebürtige Wiener, der in England aufwuchs, läuft seit kurzem für die österreichische Nationalmannschaft auf. Bundestrainer Ralf Rangnick hatte sich zuvor über mangelnde Deutschkenntnisse des Spielers bei seinem deutschen Verein gewundert.
Ebenfalls im Fokus stand Waldemar Anton, der nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart zu Borussia Dortmund im Sommer 2024 erstmals als Gast in seiner alten Heimat auflief. Der Ex-Kapitän der Schwaben wurde bei jeder Ballberührung von den Stuttgarter Fans ausgepfiffen und beschimpft - eine Reaktion auf seinen damals als illoyal empfundenen Vereinswechsel.
Ligapolitische Konsequenzen
Der Sieg festigt die Position von Borussia Dortmund im Kampf um die Vizemeisterschaft erheblich. Mit nun acht Punkten Vorsprung auf den VfB Stuttgart ist der zweite Platz für die Dortmunder kaum noch zu nehmen. Für den VfB bedeutet die Niederlage dagegen einen Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Plätze, da RB Leipzig vorbeiziehen konnte.
In den kommenden Wochen erwarten beide Mannschaften anspruchsvolle Aufgaben: Während Dortmund gegen Leverkusen, Hoffenheim und Freiburg antreten muss, hat der VfB Stuttgart den Hamburger SV zu Gast. Beide Teams werden ihre geschonten Kräfte gut gebrauchen können, um ihre jeweiligen Saisonziele noch zu erreichen.



