Camilla Küver: Vom Podolski-Fan zur Abwehrhoffnung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft
Camilla Küver: Vom Podolski-Fan zur Abwehrhoffnung

Camilla Küver: Die neue Abwehrstärke im deutschen Frauenfußball

Camilla Küver (22) ist das aufstrebende Abwehrtalent im deutschen Frauenfußball. Mit nur drei Länderspielen im Rücken blickt sie bereits voller Vorfreude auf die WM 2027 in Brasilien. In einem exklusiven Interview spricht die Verteidigerin über ihre ungewöhnliche Familiengeschichte, schwere Verletzungen und ihre großen sportlichen Ziele.

Kindheitsträume und ein besonderer Familienkater

„Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich als Kind Lukas Podolski heiraten wollte“, verrät Küver mit einem Lachen. „Allerdings kann ich mich selbst nicht mehr daran erinnern. Es ist schon etwas kurios, denn ich wurde eigentlich als überzeugter Bremen-Fan erzogen.“ Ihre familiären Wurzeln liegen sowohl in Norddeutschland als auch in Norwegen – ihre Mutter verehrte einst Werder-Bremen-Legende Rune Bratseth. Diese Verbindung zum Verein zeigt sich sogar im Familienhaustier: „Unser Kater heißt Miroslav Claudio – benannt nach den Werder-Stars Miroslav Klose und Claudio Pizarro.“

Aufschwung im deutschen Frauenfußball

Während Werder Bremen sportliche Schwierigkeiten durchlebt, erlebt der deutsche Frauenfußball eine beeindruckende Renaissance. „Es gab durchaus kritische Stimmen, die meinten, deutsche Klubs seien international abgehängt“, erklärt Küver. „Doch Wolfsburgs knappe Niederlage gegen Lyon in der Champions League beweist, dass weiterhin Großes möglich ist.“ In der Nationalmannschaft sei das Potenzial stets vorhanden gewesen – nun habe man endlich zueinander gefunden. Diese Entwicklung überrascht die junge Spielerin nicht: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir es auch auf dem Platz zeigen konnten.“

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Herausfordernde WM-Qualifikation und persönliche Entwicklung

Die deutsche Nationalelf steht vor zwei entscheidenden WM-Qualifikationsspielen gegen Österreich. „Zwei Siege sind natürlich unser Anspruch“, betont Küver, „aber wir dürfen dabei nicht überheblich werden oder unseren Gegner unterschätzen.“ Ihr persönlicher Fokus liegt klar auf der Weltmeisterschaft 2027.

Obwohl sie erst im Herbst ihr Nationalmannschaftsdebüt feierte, gilt Küver bereits als Innenverteidigerin mit dem größten Potenzial Europas. „Seit meiner letzten Verletzung ging alles sehr schnell“, reflektiert sie. „Ich erlebe eine verrückte Saison und versuche, jeden Tag bewusst zu genießen.“ Nach langen Verletzungsphasen empfinde sie heute große Dankbarkeit für ihre Gesundheit und betrachte das Training als Privileg statt als Pflicht.

Überwindung schwerer Verletzungen

Küvers Karriere war von Rückschlägen geprägt: Ein Kreuzbandriss, zwei Meniskusverletzungen und zahlreiche kleinere Blessuren stellten ihre Zukunft in Frage. „Sogar in meinem privaten Umfeld wurde ich gefragt, ob ein Karriereende nicht sinnvoller wäre“, gesteht die Spielerin. „Doch für mich gab es immer nur Plan A – zurück auf den Platz.“ Besonders in der vergangenen Saison, als sie ein Jahr lang aussetzen musste, kamen Zweifel auf. „Ohne die innere Überzeugung, dass sich alles auszahlen würde, hätte ich es nicht geschafft.“

Lob vom Bundestrainer und körperliche Vorzüge

Bundestrainer Christian Wück (52) äußerte sich begeistert über Küvers Comeback: Er habe lange auf ihre Einberufung gewartet. „Ich sehe das als großes Lob“, kommentiert die Abwehrspielerin. „Dass mein Potenzial trotz langer Verletzungspause so präsent blieb, bedeutet mir viel.“ Druck empfinde sie dabei selten.

Mit 1,85 Metern ist Küver die größte Spielerin im Team – ein Umstand, der regelmäßig thematisiert wird. „Mir ist bewusst, dass meine Größe auffällt“, sagt sie gelassen. „Als Kind war ich nie die Größte, erst mit 15, 16 Jahren machte ich einen Wachstumsschub.“ Ursprünglich als Stürmerin aktiv, entdeckte sie ihre defensive Begabung erst in der U19 und perfektionierte sie bei Wolfsburg.

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Internationale Erfahrungen und nationale Entscheidung

Ein Auslandsaufenthalt in den USA prägte Küvers Spielweise nachhaltig. „Dort spielte ich sogar als Zehner“, erinnert sie sich. „Das Niveau war zwar nicht extrem hoch, aber der unbedingte Siegeswille entspricht vollkommen meinem Charakter.“ Die Spielerin gibt zu: „Ich kann nicht gut verlieren und achte darauf, dass wir im Team jeden Wettkampf ernst nehmen.“

Durch ihre norwegische Mutter hätte Küver auch für Norwegen spielen können. „Mein Traum war jedoch immer die deutsche Nationalmannschaft“, betont sie. „Zu Hause gab es darüber keine Diskussionen.“ Als Deutschland kürzlich in Norwegen gewann, konnte sich auch ihre Mutter mitfreuen.

Zukunftspläne und sportliche Ambitionen

Küvers Ziele sind klar definiert: „Natürlich möchte ich alle Titel gewinnen, die es gibt“, sagt sie mit einem Lächeln. „Doch zunächst muss ich mich international etablieren.“ Ihr wichtigstes Anliegen ist es, eine konstante Stütze für ihre Mannschaft zu werden und kontinuierlich zu wachsen. Nach allen durchlebten Herausforderungen blickt die 22-Jährige optimistisch in die Zukunft – sowohl für sich persönlich als auch für den deutschen Frauenfußball.