Emotionaler Derby-Tag für Gladbachs Castrop gegen Jugendklub Köln
Beim spektakulären 3:3-Unentschieden zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln erlebte Jens Castrop einen emotionalen Ausnahmetag gegen seinen ehemaligen Jugendverein. Der 22-jährige Mittelfeldspieler war an sämtlichen drei Treffern der Borussia beteiligt und überwand dabei sogar starke Schmerzen, um seinen Mannschaftskollegen zur Seite zu stehen.
Traumtor trotz Verletzungsschmerzen
Nach dem Abpfiff hielt Castrop seinen rechten Schuh in der Hand und wirkte sichtlich bewegt. „Ich kann mich gar nicht richtig freuen, aber das ist natürlich trotzdem ein Tag, den ich nie vergessen werde“, gestand der Gladbacher Spieler im Anschluss an das packende Rhein-Derby. Seine Leistung war außergewöhnlich:
- Ein frühes Tor nach nur 28 Sekunden Spielzeit
- Eine wichtige Vorlage zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich durch Philipp Sander in der 20. Minute
- Ein absolut sehenswertes Traumtor in der 60. Minute aus etwa 20 Metern Entfernung
Besonders bemerkenswert: Castrop hatte kurz vor seinem spektakulären Schuss unter die Latte bereits an der Seitenlinie behandelt werden müssen und stand kurz vor einer Auswechslung. „Das ist definitiv das schönste Tor meiner Karriere“, bekannte der Mittelfeldakteur später.
Schmerzen werden in Kauf genommen
Die Verletzung beschrieb Castrop als „brutal ekelhaften Schmerz, als ob mir jemand die ganze Zeit in die Fußsohle sticht“. Trotzdem entschied er sich, weiterzuspielen. „Das ist ein Derby, da muss man auf die Zähne beißen. Und wenn es dann irgendwann gar nicht mehr geht, dann lasse ich mich halt raustragen“, erklärte er mit der typischen Einstellung eines Derby-Kämpfers.
Der südkoreanische Nationalspieler zeigte sich zuversichtlich, dass die Verletzung nicht schwerwiegend ist: „Da ist ein bisschen Spannung drin, aber die bekommen wir gelöst“. Dennoch überwog nach dem Spiel eine gewisse Wehmut, denn Castrop hätte sich über drei Punkte mehr gefreut als über seine persönliche Leistung.
Glückwünsche und besondere Erinnerungen
Nach seinem herausragenden Auftritt wurde Castrop von zahlreichen Gratulanten überhäuft. „Viele Freunde aus Köln damals, Familie, alle sind sehr glücklich“, berichtete der 22-Jährige. Seinen rechten Schuh, den er nach dem Spiel noch in der Hand hielt, wird er als besondere Erinnerung aufbewahren. „Wahrscheinlich werde ich ihn behalten“, verriet Castrop, bevor er leicht humpelnd in die Kabine zurückkehrte.
Das Rhein-Derby zwischen den beiden traditionsreichen Vereinen bleibt damit in besonderer Erinnerung – nicht nur wegen des torreichen 3:3, sondern vor allem wegen der emotionalen Geschichte eines Spielers, der gegen seinen Jugendklub zur Schlüsselfigur wurde und dabei über sich hinauswuchs.



