Darts-Verband schließt Transfrau von Frauen-Turnieren aus
Die Darts Regulation Authority (DRA) hat einen umstrittenen Beschluss gefasst, der die niederländische Transfrau Noa-Lynn van Leuven mit sofortiger Wirkung von allen Turnieren der PDC Women's Series ausschließt. Hintergrund ist eine neue Richtlinie des Verbandes, die nur noch biologische Frauen für regulierte Frauenturniere zulässt. Die 29-jährige Spielerin reagierte in einem emotionalen Instagram-Video auf diese Entscheidung.
Neue Richtlinie basiert auf wissenschaftlicher Evaluierung
Bereits im vergangenen Jahr begann die DRA mit einer umfassenden Evaluierung, bei der ein wissenschaftlicher Bericht der Entwicklungsbiologin Emma Hilton, juristische Beratungen sowie aktuelle Gerichtsurteile in Großbritannien berücksichtigt wurden. In Hiltons Bericht wird dargestellt, dass sich beim Darts kleine körperliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen summieren und zu einem Vorteil für Männer führen können.
Aufgrund dieser Erkenntnisse wird Darts im Rahmen des britischen Equality Act von 2010 als geschlechtsbeeinflusste Sportart gewertet. Die DRA erklärte in ihrer Mitteilung, dass die Maßnahme notwendig sei, um die Chancengleichheit im Frauensport zu wahren. Die bisherige Regelung wurde gestrichen und durch eine überarbeitete Version ersetzt, die bei der Professional Darts Corporation (PDC) Anwendung findet.
Emotionale Reaktion der betroffenen Spielerin
In einem bewegenden Instagram-Video meldete sich Noa-Lynn van Leuven nach dem Paukenschlag zu Wort: „Ich habe gerade eine E-Mail erhalten – anscheinend wurde meine Karriere beendet. Nicht freiwillig, sondern weil ich nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen darf: Die DRA hat beschlossen, dass Transfrauen nicht mehr an Frauenwettbewerben teilnehmen dürfen. Das bedeutet, dass ich raus bin.“
Die Transfrau fügte hinzu: „Ich habe in den letzten Jahren so hart dafür gearbeitet, um da zu sein, wo ich bin. Ich habe mich dem Wettkampf gestellt und dem Sport Respekt gezeigt. Aber mit nur einer Entscheidung wird mir gesagt, dass ich nicht mehr dazugehöre.“ Zu ihrem Video schrieb sie weiter: „In meinem Innersten weine ich. Das Fluoxetin verdeckt es nur. Nicht meine Entscheidung. Nicht nur meine Geschichte. Das ist nicht das Ende. Ich fange einfach wieder von vorne an. Ich habe noch nicht aufgegeben.“
Weiterer Schlag für die Trans-Community
Van Leuven betonte, dass es bei dieser Entscheidung nicht nur um sie persönlich gehe, sondern es „ein weiterer Schlag für die Trans-Community“ sei. „Vor allem nach den jüngsten Entscheidungen des IOC: Es wird jeden Tag härter für Transmenschen, zu existieren und sich dem Wettkampf zu stellen. Aber wer jetzt denkt, dass dies mich stoppt: Das wird es nicht“, zeigte sich die Niederländerin kämpferisch.
Die Spielerin, die sich bisher zweimal für die PDC-Weltmeisterschaft qualifiziert hatte – dort jedoch noch kein Spiel gewinnen konnte – darf nun nur noch bei offenen Events teilnehmen, bei denen sowohl Männer als auch Frauen antreten. Ihr aktuelles Niveau reicht nach Einschätzung von Experten nicht aus, um es mit den besten männlichen Spielern der Welt regelmäßig aufzunehmen.
Weltverband hatte bereits 2025 härtere Regeln verkündet
Die PDC ist nicht der erste Darts-Verband, der solche Entscheidungen getroffen hat. Bereits im Juli 2025 teilte die World Darts Federation (WDF) ein Teilnahmeverbot von Transfrauen an Frauen- und Mädchenturnieren mit. Wie der Weltverband damals bekannt gab, dürfen nur noch Personen an Wettbewerben teilnehmen, die „gemäß Richtlinien als Frauen/weiblich definiert sind“.
Personen, die sich einer hormonellen Behandlung zur Geschlechtsangleichung unterzogen haben, müssen laut WDF-Beschluss in einer offenen Kategorie antreten. Diese Entwicklung zeigt einen internationalen Trend im Profisport, bei dem die Teilnahmebedingungen für Transgender-Athleten zunehmend restriktiver gestaltet werden.



