DFB leitet Ermittlungen gegen 1. FC Köln nach umstrittenen Stadionsprecher-Kommentaren ein
Die emotionalen Äußerungen des langjährigen Kölner Stadionsprechers Michael Trippel während des Bundesliga-Spiels gegen Borussia Dortmund haben nun ein offizielles Nachspiel. Der Deutsche Fußball-Bund hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, das sich allerdings zunächst nicht gegen den Sprecher persönlich, sondern gegen den 1. FC Köln als verantwortlichen Verein richtet.
Verfahren gegen Verein statt gegen Einzelperson
Der DFB-Kontrollausschuss hat die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA angeschrieben, da der Verein gemäß der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung für das Verhalten aller Personen verantwortlich ist, die im Auftrag des Clubs während eines Spiels Funktionen ausüben. Dies schließt Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen und insbesondere Stadionsprecher mit ein.
„Der Kontrollausschuss leitet ein Ermittlungsverfahren ein“, teilte der DFB in einer offiziellen Stellungnahme mit. „Angeschrieben wird hier zunächst die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA, da diese gemäß § 9a Nr. 1 DFB-Rechts- und Verfahrensordnung für das Verhalten seiner Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen, Mitglieder, Anhänger, Zuschauer und weiterer Personen, die im Auftrag des Vereins eine Funktion während des Spiels ausüben, verantwortlich ist.“
Die umstrittenen Kommentare von Michael Trippel
Der 71-jährige Stadionsprecher Michael Trippel, der seit vielen Jahren beim 1. FC Köln tätig ist, hatte während der 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund am Samstagabend zwei besonders emotionale Kommentare abgegeben:
- Nach dem Platzverweis gegen Kölner Spieler Jahmai Simpson-Pusey äußerte Trippel über die Stadionlautsprecher: „Pfui. Widerlich.“
- Wegen eines nicht geahndeten Handspiels im Dortmunder Strafraum in der 95. Minute heizte er die Stimmung an und rief nach Spielende: „In der 95. Minute hat es ein klares Handspiel eines Dortmunders im Strafraum gegeben und das guckt sich noch nicht einmal einer an.“
Kritik von verschiedenen Seiten und Entschuldigung
Für sein Verhalten gab es bereits am Sonntag deutliche Kritik aus verschiedenen Richtungen:
- FC-Chef Türoff erklärte, dass „solche Ausbrübe am Stadionmikrofon nicht in Ordnung“ seien.
- Die Organisation der Schiedsrichter im deutschen Profifußball bezeichnete Trippels Verhalten als „inakzeptabel“.
Für Stadionsprecher gilt grundsätzlich eine Neutralitätspflicht, die in diesem Fall offensichtlich verletzt wurde. Trippel selbst hat inzwischen für sein Verhalten um Entschuldigung gebeten. Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte er: „Ich entschuldige mich bei denjenigen, die sich auf den Schlips getreten gefühlt haben. Die Aussagen tun mir leid.“
Das nun eingeleitete DFB-Ermittlungsverfahren könnte für den 1. FC Köln eine Strafe nach sich ziehen, da der Verein für das Verhalten seines Personals verantwortlich gemacht wird. Die Entwicklung zeigt, wie sensibel die Rolle des Stadionsprechers in professionellen Fußballspielen ist und welche Konsequenzen emotionale Ausbrüche in dieser Position haben können.



