DFB-Frauen vor Rückspiel: Wück fordert bessere Basics gegen defensives Österreich
Nach dem deutlichen 5:1-Sieg im ersten Aufeinandertreffen der WM-Qualifikation war Bundestrainer Christian Wück (52) keineswegs vollständig zufrieden mit der Leistung seiner Spielerinnen. Der Trainer kritisierte insbesondere die Einstellung und bestimmte Verhaltensweisen auf dem Platz, die seinen Ansprüchen nicht vollends genügten. Am Samstagabend (18 Uhr/ARD Livestream) folgt nun das Rückspiel gegen den Nachbarn Österreich, bei dem die deutschen Fußballerinnen ihren Coach endgültig überzeugen wollen.
Senß erwartet defensive Österreicher mit „geparkten Bussen“
Ob es in Ried im Innkreis erneut zu einem torreichen Schützenfest kommt, bezweifeln die deutschen Spielerinnen selbst. Mittelfeld-Ass Elisa Senß (28) prognostiziert eine deutlich defensivere Ausrichtung des Gegners: „Österreich wird sich hinten defensiver positionieren und praktisch zwei Busse vor der Abwehr parken, um uns das Leben schwerzumachen.“ Gegen diese erwartete alpine Blockade-Haltung hat das Team laut Senß gezielt gearbeitet: „Wir haben nochmal intensiv an unserer Passqualität gearbeitet. Entscheidend wird sein, die Österreicher zwischendurch geschickt aus ihrer Deckung zu locken, um sie hinten rauszuholen und Lücken zu schaffen.“
Wücks klare Forderungen: Basics stabil umsetzen
Für die wichtige Auswärtspartie stellt Bundestrainer Christian Wück eindeutige Ansprüche an sein Team. „Wir wollen die Basics besser und stabiler umsetzen“, betont der 52-Jährige und meint damit vor allem Präzision im Passspiel und disziplinierte Positionierung. „Da sind die Spielerinnen selbst gefragt. Es ist eine echte Fleißaufgabe, dass die Pässe nicht einfach mal so von A nach B gespielt werden“, präzisiert Wück seine Erwartungen. „Unser Anspruch ist es, immer an die individuelle und kollektive Leistungsgrenze zu gehen, selbst in Situationen, wo es vielleicht nicht absolut notwendig erscheint.“
Bisher verlief die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien für die DFB-Frauen nahezu makellos. In drei von insgesamt sechs absolvierten Qualifikationsspielen gab es stets einen Sieg und lediglich ein einziges Gegentor. „Das kitzelt uns natürlich, möglichst kein Tor zu bekommen“, gibt Elisa Senß zu. „Wir sind allesamt sehr ehrgeizige Spielerinnen und haben den hohen Anspruch an uns selbst, möglichst perfekt zu performen.“
Personelle Sorgen: Knaak wackelt, Küver bereit
Nach der verletzungsbedingten Abreise von Kapitänin Giulia Gwinn (26/ausgekugelte Schulter) gibt es auch bei Innenverteidigerin Rebecca Knaak (29) Unsicherheiten für das Spiel in Österreich. Die Abwehrspielerin klagt über muskuläre Probleme. Als potenzielle Vertretung steht die Wolfsburgerin Camilla Küver (22) bereit. „Es kann durchaus sein, dass wir in der Startformation einige Änderungen vornehmen müssen. Wir haben einige Spielerinnen, die nach den Belastungen ziemlich müde sind“, deutet Bundestrainer Wück weitere mögliche Rotationen an.
Trotz dieser personellen Herausforderungen und der erwarteten defensiven Ausrichtung Österreichs sollte es den deutschen Fußballerinnen gelingen, auch das Rückspiel für sich zu entscheiden und ihren Weg zur WM 2027 in Brasilien weiter erfolgreich zu gestalten.



