DFB rügt Kölner Stadionsprecher: "Grenze eindeutig überschritten"
DFB rügt Kölner Stadionsprecher nach Schiedsrichter-Kritik

DFB verurteilt Äußerungen von Kölner Stadionsprecher scharf

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mit deutlichen Worten auf die kontroversen Kommentare des Kölner Stadionsprechers Michael Trippel reagiert. In einer offiziellen Stellungnahme der Sportlichen Leitung der DFB Schiri GmbH heißt es: "Wir missbilligen die Äußerungen entschieden und halten sie für inakzeptabel." Die Reaktion erfolgte nach der Partie zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund, die mit 1:2 endete.

Emotionale Ausfälle während der Bundesliga-Partie

Während des Spiels hatte der 71-jährige Michael Trippel über die Stadionlautsprecher mehrfach Entscheidungen von Schiedsrichter Daniel Siebert kommentiert. Besonders deutlich wurde seine Kritik bei der Roten Karte für FC-Verteidiger Jahmai Simpson-Pusey, die nach VAR-Intervention ausgesprochen wurde. "Pfui, widerlich", äußerte Trippel dabei für alle Zuschauer deutlich hörbar.

Kurz nach dem Schlusspfiff setzte der Stadionsprecher seine Kritik fort: "Ich werde Ärger kriegen, aber ich sage es: In der Nachspielzeit gab es ein klares Handspiel eines Dortmunders, und das guckt sich noch nicht mal einer an." Trippel bezog sich dabei auf eine Szene, in der BVB-Verteidiger Yan Couto den Ball mit dem Arm berührt hatte, ohne dass der VAR eingriff.

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DFB sieht klare Grenzüberschreitung

Der DFB betonte in seiner Stellungnahme grundsätzliche Prinzipien: "Unabhängig davon, ob eine Entscheidung des Schiedsrichters richtig, strittig oder falsch ist, kann und darf es nicht sein, dass ein Stadionsprecher sie negativ kommentiert und das Publikum so gegen den Unparteiischen aufbringt." Die Verantwortlichen fügten hinzu: "Bei allem Verständnis für Emotionalität wurde hier eindeutig eine Grenze überschritten."

Gleichzeitig nutzte der DFB die Gelegenheit, um die umstrittenen Szenen fachlich zu bewerten. Zur Handspiel-Szene von Yan Couto hieß es: "Zwar war Yan Coutos Orientierung zum Ball dadurch eingeschränkt, dass der unmittelbar vor ihm postierte Kölner Bülter hochsprang und den Ball knapp verpasste. Dennoch war der Ball für den Dortmunder aufgrund der großen Distanz erwartbar." Der DFB kam zu dem Schluss, dass eine VAR-Intervention angebracht gewesen wäre.

Kritik auch aus dem eigenen Verein

Die Äußerungen Trippels stießen nicht nur beim DFB auf Ablehnung. Auch innerhalb des 1. FC Köln gab es deutliche Distanzierung. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler äußerte: "Das gefällt mir nicht" und kündigte ein klärendes Gespräch mit dem Stadionsprecher an. Diese Reaktion wurde von der Schiri GmbH ausdrücklich begrüßt.

Der DFB bewertete in seiner Stellungnahme auch andere umstrittene Szenen des Spiels. Beim Foulspiel von Simpson-Pusey habe der VAR "zu Recht" eingegriffen. Ebenfalls als korrekt bewertet wurde der VAR-Eingriff in der 66. Minute, bei dem Schiedsrichter Siebert auf Foulelfmeter entschieden hatte, nachdem Cenk Özkacar den eingewechselten BVB-Stürmer Silva am Fuß getroffen hatte.

Die deutliche Reaktion des DFB unterstreicht die Sensibilität des Themas Schiedsrichter-Kritik im professionellen Fußball. Während Emotionen zum Sport gehören, sieht der Verband in der öffentlichen Infragestellung von Schiedsrichter-Entscheidungen durch offizielle Stadionsprecher eine problematische Entwicklung, die dem Ansehen des Fußballs schaden könnte.

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