Pfiffe gegen Sané lösen Reaktionen der DFB-Stars aus
Beim 2:1-Testsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Ghana im ausverkauften Stuttgarter Stadion gab es neben begeisterten Undav-Rufen und La-Ola-Wellen auch unschöne Szenen: Die Einwechslung von Leroy Sané in der 78. Minute wurde von einem Teil der 52.723 Zuschauer mit deutlichen Pfiffen quittiert.
Teamkollegen gehen in die Offensive
Nach dem Abpfiff ließen es sich mehrere DFB-Spieler nicht nehmen, klare Worte für ihren Teamkollegen zu finden. Torhüter Alex Nübel, der das Spiel in seinem Stuttgarter „Wohnzimmer“ bestritt, zeigte sich deutlich verärgert: „Absoluter Schwachsinn. Ich weiß nicht, was das soll“, sagte der 29-Jährige und betonte die Notwendigkeit des Zusammenhalts: „Wir wollen als Nation zusammen nach Amerika fahren und die WM spielen und nicht getrennt. Diese Euphorie, die wir jetzt entfachen wollen, es geht nur zusammen.“
Auch Torschütze Deniz Undav appellierte direkt an die Fans: „Wir brauchen jeden Spieler, egal ob man ihn lieber mag oder nicht“, erklärte der 29-Jährige. „Wir wissen um seine Qualität und wir sind eine Mannschaft, wir sind eine Nation und wir müssen zusammenhalten. Da darf man keinen ausgrenzen.“ Der Angreifer hofft, dass Sané beim nächsten Auftritt die gleiche Unterstützung erfährt wie alle anderen Spieler.
Sané polarisiert wie kaum ein anderer
Der 30-jährige Offensivspieler, der seit Sommer für Galatasaray Istanbul aufläuft, teilt die Fußballfans in Deutschland wie kaum ein anderer Nationalspieler. Viele Anhänger können nicht nachvollziehen, warum Bundestrainer Julian Nagelsmann trotz wechselhafter Leistungen kontinuierlich auf den ehemaligen Bayern-Star setzt. Kritiker werfen Sané vor, nicht sein volles Potenzial abzurufen und sich nicht genug ins Zeug zu legen.
Tatsächlich zeigt die Leistungskurve des Spielers starke Schwankungen. Auf ein starkes Länderspiel mit Doppelpack gegen die Slowakei im November folgte ein schwacher Auftritt gegen die Schweiz. Beim Testspiel gegen Ghana zeigte Sané nach seiner Einwechslung jedoch wieder positive Ansätze und bereitete per Kopfball den Siegtreffer für Deniz Undav in der 88. Minute vor.
Nagelsmann behält Sané im Blick
Bundestrainer Julian Nagelsmann kommentierte die Situation nüchtern: „Am Ende hängt es davon ab, was er die nächsten acht Wochen macht.“ Die Entscheidung über Sanés Ticket für die anstehende Weltmeisterschaft steht somit noch nicht endgültig fest. Die Fans werden die Entwicklung des umstrittenen Spielers in den kommenden Wochen genau beobachten, während das Team weiter auf Einheit und Unterstützung von den Rängen setzt.



