Nagelsmann sieht DFB-Team als WM-Herausforderer: „In K.o.-Spielen ist alles möglich“
Nagelsmann: DFB-Team als WM-Herausforderer

Nagelsmann positioniert DFB-Team als WM-Herausforderer nach erfolgreicher Länderspielwoche

Julian Nagelsmann, der Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, hat seine Spieler nach einem späten 2:1-Sieg gegen Ghana mit positiven Wünschen für die Rückkehr zu ihren Vereinen entlassen. Für den 38-jährigen Trainer war die erfolgreiche Länderspielwoche jedoch noch nicht beendet. Direkt im Anschluss reiste er von Stuttgart nach Eindhoven, um den dritten WM-Gruppengegner Ecuador bei einem Testspiel gegen die Niederlande persönlich zu analysieren.

WM-Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Mit weniger als zweieinhalb Monaten bis zum Start der XXL-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit erstmals 48 Teilnehmern werden jetzt die entscheidenden Rollen definiert. Nagelsmann, der als strategischer Rollenspieler bekannt ist, wurde nach dem Sieg in Stuttgart nach der WM-Rolle gefragt, die er mit dem viermaligen Weltmeister Deutschland einnehmen wird.

„Ich hoffe, eine gute Rolle“, antwortete Nagelsmann selbstbewusst. „Ich glaube nicht, dass wir Favorit sind. Ob wir jetzt Herausforderer sind, weiß ich nicht. Wir haben auf jeden Fall die Fähigkeiten, ein sehr gutes Turnier zu spielen.“ Der Bundestrainer betonte besonders die Unberechenbarkeit von K.o.-Spielen: „Wie jeder weiß, ist in K.o.-Spielen immer alles möglich – und da müssen wir hinkommen.“

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Ziel: Stabile Gruppenphase als Grundlage

Gegen die Gruppengegner Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador hat Nagelsmann klare Ziele formuliert: „Dass wir die Gruppenphase gut überstehen, dass wir da stabiler sind als bei den letzten beiden Weltmeisterschaften und uns gute Voraussetzungen schaffen, um in der K.o.-Phase gute Spielorte, gute Gegner zu haben.“ Erst dann, so der Trainer, sei „in allen Richtungen etwas möglich“ – auch der Gewinn des Titels.

Die beiden März-Siege gegen Frankreich (2:0) und die Niederlande (2:1) vor der Heim-EM 2024 hatten nach einem radikalen Kaderumbruch bereits für Euphorie gesorgt. Nun wächst das Selbstvertrauen mit jedem weiteren Erfolg. Kapitän Joshua Kimmich hob hervor: „Wir haben sicherlich zwei nicht perfekte Spiele gemacht. Aber wir haben beide Spiele trotzdem gewonnen.“ Insgesamt sind es bereits sieben Siege in Serie für das DFB-Team.

Personalplanung und Rollenverteilung im Fokus

Der 26-Mann-Kader für die WM steht weitgehend fest. Das Bayern-Duo Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic wird zur Turniervorbereitung Ende Mai erwartet, während beim Dortmunder Felix Nmecha aufgrund einer Knieverletzung noch Unsicherheit herrscht. Am 12. Mai wird Nagelsmann das vorläufige Aufgebot nominieren, bevor am 2. Juni der Flug in die USA startet.

Nagelsmann fährt einen klaren Personal-Kurs mit klar verteilten Rollen und Aufgaben. Er hat bereits eine erste WM-Elf vor Augen, in der Spieler wie Florian Wirtz als echte Unterschiedsmacher fungieren. Kai Havertz ist nach 16 Monaten zurück im Team und übernahm beim Handelfmeter zum 1:0 gegen Ghana sofort wieder Verantwortung.

Entdeckungen und Kontroversen

Bayern-Youngster Lennart war die große Entdeckung der Länderspielwoche. „Er hat einen Supereindruck gemacht“, lobte Nagelsmann den 18-Jährigen, der den bei seiner Einwechslung ausgepfiffenen Leroy Sané in der Gunst des Publikums bereits überholt hat. Auch der Frankfurter Nathaniel Brown überzeugte als linker Verteidiger gegen Ghana vollauf.

Nagelsmann missbilligte deutlich den Fan-Unmut gegen den polarisierenden Sané: „Ich finde es wichtig, dass wir, egal, ob man jetzt zufrieden ist mit der Leistung oder nicht, den Spieler zumindest bei der Einwechslung so lange unterstützt, wie er den Adler auf der Brust trägt.“ Auch Matchwinner Deniz Undav appellierte an die Fans: „Wir brauchen jeden Spieler, egal ob man Leroy mag oder nicht, wir werden ihn brauchen.“

Undavs Rollendiskussion und Nagelsmanns klare Antwort

Undav selbst äußerte Unzufriedenheit mit seiner früh zugewiesenen Joker-Rolle. „Natürlich würde ich sie gerne verändern“, sagte der Stuttgarter Lokalheld, dessen 18 Bundesliga-Tore ihn aus seiner Sicht für mehr als die Einwechselrolle qualifizieren.

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Nagelsmann konterte jedoch deutlich: Für ihn ist Undav ein Stürmer, der nach 70 Minuten frisch eingewechselt wird und dann bei hohen Temperaturen Leistung bringt. „Ich glaube zu wissen, dass wir auch im Sommer auf jeden Fall Joker brauchen, die in der Lage sind, Spiele zu entscheiden“, erklärte der Chefcoach. Sein Turnier-Drehbuch steht bereits fest – inklusive aller Haupt- und Nebenrollen. „Die Rollengespräche habe ich nicht geführt für den März, sondern für die WM.“

Bis zum Turnierstart wünscht Nagelsmann nun allen Spielern erfolgreiche Saisonabschlüsse bei ihren Vereinen: „Sie sollen möglichst viele Titel mitbringen in die letzte Phase vor der WM.“ Anschließend stehen noch zwei Testspiele gegen Finnland und die USA auf dem Programm, bevor das DFB-Team vollständig auf die Weltmeisterschaft vorbereitet ist.